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Handstücke vom Kupferberg

Websky, M.

Kurzfassung

Herr Ober-Bergrath Runge in Breslau brachte neulich von einer Excursion nach Kupferberg einige Handstücke von den dortigen Erzgruben mit, die er mit dem Bemerken, dass an denselben lichtes Rothgültigerz und Xanthokon vorkommen, dem mineralogischen Museum der Universität überliess. Es sind Gangstücke, bestehend aus Braunspath von fast weisser Farbe, durchwachsen von chloritischen Schaalen; sowohl in letzteren, als auch in Klüften des Braunspathes zeigen sich, wenn auch sparsam, doch sehr nett Krystallgruppen von lichtem Rothgültigerz, dünne sechsseitige Säulen mit spitzer skalenoëdrischer Endigung, dazwischen kleine Partieen eines ähnlichen Minerals von hoch orangefarbenem Striche. Die sehr kleinen und undeutlichen Krystalle, von denen dieses Strichpulver herrührt, und die Herr Runge als Xanthokon bezeichnete, haben eine morgenrothe Farbe und unterscheiden sich deutlich von dem Rothgültigerze, dessen Färbung ihnen gegenüber eine Neigung in's Bläuliche erkennen lässt. Da Herr Runge in der Zeit seines Aufenthalts in Freiberg Gelegenheit gefunden, einige Studien am Xanthokon zu machen, so trat ich nach einigen Widerreden dieser Ansicht bei, obgleich ich unter dem Mikroskope die Form des Rittingerits gesehen zu haben glaubte, der ein ähnliches Strichpulver giebt. Inzwischen wurde die Frage zu beiderseitigen Gunsten entschieden; ich erhielt nämlich von dem Bergwerks-Director Herrn Klose in Kupferberg vor einigen Tagen einige Exemplare derselben Erze, sowie genaue Nachrichten von dem Vorkommen derselben.