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Neuere Beobachtungen über das Vorkommen mariner Conchylien in dem oberschlesisch-polnischen Steinkohlengebirge.

Roemer, Ferdinand

Kurzfassung

In einem früheren Bande dieser Zeitschrift habe ich über die Auffindung einer marinen Conchylien-Fauna in einem gewissen tieferen Niveau des oberschlesischen Steinkohlengebirges auf der Caroline-Grube bei Hohenlohehütte und auf der Königs-Grube bei Königshütte berichtet und es schon damals als wahrscheinlich bezeichnet, dass dieselbe versteinerungsführende Schicht allgemeiner in Oberschlesien verbreitet sei. Die letztere Vermuthung hat sich bestätigt. Es sind mir seitdem von mehreren anderen Punkten dieselben Versteinerungen, zum Theil mit einigen an jenen ersten Fundorten noch nicht aufgefundenen Arten vereinigt, bekannt geworden, welche beweisen, dass auch hier dieselbe Schicht mit marinen Resten vorhanden sei. Der erste dieser neuen Fundorte ist Rosdzin unweit Myslowitz. Schon vor zwei Jahren wurde durch den Director der Gruben bei Rosdzin, den königl. Bergrath a.D. Herrn v. Krensky, dem Verfasser eine Anzahl von Versteinerungen zugesendet, welche auf der Grube Guter-Traugott bei Rosdzin gefunden waren. Die Mehrzahl der Arte sind, solche, welche auch auf der Caroline-Grube und auf der Königs-Grube vorkommen, wie namentlich Productus longispinus und Goniatites Listeri. Einige andere Arten, zu denen namentlich ein gekielter Nautilus und ein grösserer Orthoceras gehören, sind dagegen von jenen beiden anderen Lokalitäten bisher nicht bekannt. Am bemerkenswerthesten erscheint, dass, ein paar Trilobiten-Arten alle anderen Fossilien der Fauna an Häufigkeit übertreffen. Namentlich ist eine vielleicht mit Griffithides meso-tuberculatus M'Coy identische Art der Gattung Phillipsia mit feinen Körnchen auf den Querringen der Mittelachse des Pygidium, von welcher sich auf der Königs-Grube nur wenige Schwanzschilder fanden, hier so häufig, dass ein vorliegendes, kaum handgrosses Gessteinsstück mehr als zehn Schwanzschilder derselben einschliesst.