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Ueber die Erzgänge des nordwestlichen Oberharzes.

Groddeck, A. v.

Kurzfassung

Einleitung. Es giebt wohl kaum ein Ganggebiet, welches bei so beträchtlicher Ausdehnung so gründlich durch den Bergbau aufgeschlossen ist, wie das Ganggebiet des nordwestlichen Oberharzes. Die anhaltende Erzführung der mehrere tausend Lachter langen Gangzüge bis in eine relative Tiefe von über 2000 hannoversche Fuss, das insularische Auftreten des von tiefen Thälern durchschnittenen Gebirges, welches zur Anlage bedeutender Stolln Gelegenheit bot, der Wasserreichthum der höchsten Gebirgsgegenden etc. begünstigten den Bergbau und gaben zu immer erneuerten Aufschlüssen Veranlassung. So ist denn jetzt ein über 7000 Lachter langer und 5000 Lachter breiter Flächenraum, von vielen erzführenden Gängen durchzogen, bis in eine Tiefe von 200 bis 300 Lachter recht genau bekannt. Die Ganguntersuchungen, durch rein bergbauliche Rücksichten geleitet und ausschliesslich von den Markscheidern ausgeführt, bezogen sich hauptsächlich auf das räumliche Verhalten der Gänge und Gangzüge; sie zeigten die Wege, auf denen die in den Gangräumen regellos vertheilten Erzmittel mit Hoffnung aufzusuchen waren. Eine umfassende und sehr gründliche Beschreibung der räumlichen Verhältnisse der Erzgänge des nordwestlichen Oberharzes hat bereits im Jahre 1837 Zimmermann geliefert (Karsten's Archiv, R. II, Bd. 10). Dieser Beschreibung ist eine vom jetzigen Bergmeister Borchers entworfene Gangkarte beigefügt. Die Fortschritte des Bergbaues während der verflossenen 29 Jahre haben natürlich wieder viele neue Aufschlüsse gegeben, und dadurch sind manche Ansichten jener Zeit modificirt oder gänzlich geändert.