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Über die Gesteine der Gabbroformation von Neurode

Rose, Gustav

Kurzfassung

Herr G. Rose sprach über die Gesteine der Gabbroformation von Neurode, in welcher derselbe in einer später bekannt zu machenden Arbeit einen braunen und einen grünen Gabbro, ein Anorthitgestein und das Gestein der Schlegeler Berge zu unterscheiden beabsichtigt. Von dem erstgenannten Gestein wurden Probestücke vorgelegt. Dasselbe besteht aus graulichweissem bis graulichschwarzem Labrador, braunem, mehr oder weniger dünnschaligem Diallag und einem schwärzlichgrünen, körnigen Mineral, das ungeachtet seines fremdartigen Ansehens für nichts Anderes als für einen schon in anfangender Zersetzung begriffenen Olivin zu halten ist. Es hat geringen, nur stellenweise grösseren Fettglanz, fast völlige Undurchsichtigkeit. Pulver lichtgrau, Härte des Apatits. Es, ist magnetisch, was aber nur von feinen Körnchen Magneteisenerz herrührt, die in der Masse vertheilt sind, und sichtbar werden, wenn die Masse angeschliffen und polirt wird, wo sie durch ihren Metallglanz hervortreten, oder wenn die Masse einige Stunden in kalter Salzsäure gelegen hat, wodurch sie grünlichweiss und das Magneteisenerz wenig angegriffen wird. Auch kann letzteres durch den Magnet ausgezogen werden, wenn die Masse gepulvert ist. Durch die Einwirkung der Salzsäure werden nun aber auch in der grünlichweiss gewordenen Masse eine Menge Körner kenntlich, die noch stark glänzend und, durchsichtig sind, während die in ihrer Umgebung liegenden Theile matt und erdig erscheinen, und dieselbe Ungleichheit der Masse kann man sehen, wenn man sie zu einer ganz dünnen Platte schleift, wo in der sonst ganz undurchsichtigen, schwarzen Masse einzelne durchsichtige, farblose Stellen hervortreten, oder wenn man die Masse im Platintiegel einige Zeit stark glüht, wodurch sie rothbraun wird, aber einzelne Körner oder körnige Partieen stark glänzend von metallischem Demantglanz werden, während andere in ihrer Umgebung matt erscheinen. Dieselbe rothbraune Farbe erhält auch die Masse durch die Verwitterung an der Oberfläche des Gesteins, doch ist hier der Unterschied im Glanze nicht mehr zu sehen. Vor dem Löthrohr im Kolben erhitzt, giebt die Masse etwas Wasser; mit Phosphorsalz geschmolzen, löst sie sich darin unter Ausscheidung von Kieselsäure auf; mit Salzsäure stark gekocht, wird sie ganz zersetzt, es bleibt die Kieselsäure als weisse, erdige Masse zurück, während die Reagenzien in der Auflösung Eisenoxyd und Magnesia und nur eine Spur von Kalkerde nachweisen. Die Analyse, die Herr Rammelsberg auf den Wunsch des Vortragenden damit anstellte, bestätigte vollkommen die gemachte Annahme und lieferte ausser 3,2 pCt. eingemengten Magneteisenerzes und 6 pCt. Wasser sehr genau die Zusammensetzung eines eisenoxydulhaltigen Olivins. Obgleich der Olivin nicht als Gemengtheil des Gabbros aufgeführt wird, so wurde er doch schon früher von Berzelius in dem Gabbro von Elfdalen erkannt, er findet sich nach dem Vortragenden ferner in dem Gabbro bei Harzburg und von Prato bei Florenz, wenngleich an letzterem Orte in einem noch mehr zersetzten und dem Serpentin ähnlicheren Zustande als in dem Gabbro von Neurode.