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Über eine Reihe von krystallisirten Hüttenprodukten von der Andreasberger Silberhütte

Hauchecorne, Wilhelm

Kurzfassung

Es werden dort mexikanische Silbererze, welche man als silberhaltige Bournonite bezeichnet, deren Zusammensetzung jedoch nach den Röstungsprodukten eine andere zu sein scheint und gegenwärtig durch eine später mitzutheilende Analyse ermittelt wird, der gewöhnlichen Röstung in offenen Haufen unterworfen. Bei dieser haben sich durch Sublimation die vorgelegten künstlichen Mineralien, theils Antimon- theils Arsenik-Verbindungen, gebildet. Erstere sind Antimonoxyd und Schwefelantimon in nadelförmigen, nicht wohl messbaren Krystallen. Von Arsenikverbindungen findet sich arsenige Säure in schönen, blättrigen Oktaëdern bis zu 1/2 Zoll Kantenlänge, zuweilen mit untergeordneten, aber scharfen Granatoëderflächen. Dieselben sind theilweise von gelbem Schwefelarsen überzogen. Daneben tritt Realgar in gut ausgebildeten, messbaren Krystallen auf. Derselbe zeigte sodann Kupfererze und Kobalterze vor, welche Herr Bergreferendar Dr. A. Bernoulli, Grubendirector in Kedabeg im Kaukasus, für die Sammlung der hiesigen Berg-Akademie übersendet hat. Die Kupfererze sind Kupferglanz, Kupferkies, welcher mehr oder weniger mit Magnetkies verwachsen ist, Kupferschwärze, gediegen Kupfer und kohlensaure Kupfersalze. Die Gruben liegen im Kleinen Kaukasus, in 6000 Fuss Höhe über dem Meere. Die von denselben bebaute Lagerstätte soll ein im Syenit auftretendes "Contactzonen-Lager mit stockförmigen Erweiterungen" von bedeutender, Mächtigkeit sein. Die Kobalterze sind derber und krystallisirter Kobaltglanz. Die Lagerstätte derselben wird als eine zwischen einem sehr mächtigen Magneteisenstein-Stock und dem umschliessenden Grünstein aufsetzende Contact-Schale bezeichnet.