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Über eine Suite sphärolithischer, pinitführender Quarzporphyre aus dem Harz

Lossen, Carl Aug.

Kurzfassung

Er zeigte, dass der durch seine häufigen, wohlauskrystallisirten Einsprenglinge bekannte Porphyr des Auerbergs (Josephshöhe) gegen den Rand des Porphyrmassivs in feinkörnige bis dichte Felsitmasse mit sehr spärlichen Krystall-Ausscheidungen übergeht, ganz analog den Porphyrgängen im Gneiss von Klein-Schmalkalden, die Herr v. Krug beschrieb (Karsten und v. Dechen's Arch. XI. 1838); fernerhin, dass nördlich vom Auerberge bis in die Nähe der Bode vereinzelte Porphyrmassen - Gänge oder Lagergänge - von ihm beobachtet worden sind, welche die Randgesteine des Auerbergs in ausgezeichneter Sphärolithstructur darstellen. Während sich diese Kugelporphyre im Allgemeinen den thüringischen, meissnischen, schlesischen u. a. anschliessen, haben sie doch ihre besonderen Eigenthümlichkeiten, so namentlich das Auftreten langspindelförmiger oder walziger, parallel geordneter, concentrisch schaliger Ausscheidungen von der Dicke eines kleinen Fingers bis zu der eines Rabenfederkiels an Stelle der gewöhnlicheren Kugeln. Hohle, mit Carneol und Krystallen austapezierte Secretionsgebilde, analog den "Schneekopf kugeln", wurden nirgends bemerkt. Selten nur besteht das Centrum der Kugeln, resp. Walzen aus einem deutlichen Krystallindividuum, Quarz oder Orthoklas, in den übrigen, weit überwiegenden Fällen bedingt nur die ungleiche Vertheilung der beiden constituirenden Gemengtheile die Anordnung der Secretionen in mehrere concentrische Ringe. Das Gesetz von Delesse, wonach stets bei der Kugelbildung saurer Silikatgesteine der Kieselsäuregehalt vom Centrum der Kugel nach der Peripherie hin abnimmt, findet in den Harz-Sphärolithen keineswegs seine Bestätigung, vielmehr ist das Centrum bald quarzreicher, bald quarzarmer als die Peripherie; nicht selten tritt der Feldspath derart zurück, dass man deutlich derbe Quarzmasse erkennt mit ausgezeichnetem Fettglanze. Abwechselnde kugelarme und kugelreiche Zonen geben Anlass zu planer Parallelstructur. Die sehr, dichte kryptokrystallinische Grundmasse ausserhalb der Kugeln wird zuweilen deutlich feinkörnig, und tritt hierbei die Kugelbildung sehr zurück oder hört ganz auf. Andererseits ist die Grundmasse in demselben Handstücke öfters zonenweise oder in unregelmässig sich gegenseitig durchdringenden Räumen von zweifacher, einmal regelmässiger, sehr dichter, andererseits feinkörnig späthiger Beschaffenheit. Hierin, wie in der Gesammt-Erscheinung, gleichen die sphärolithischen Harz-Porphyre derart gewissen sphärolithischen Obsidianlaven von Lipari, Mexiko und Java, dass die Annahme nicht gewagt erscheinen dürfte, die Porphyr-Grundmasse sei ursprünglich als Glas erstarrt und erst secundär durch Umlagerung der kleinsten Theilchen kryptokrystallinisch geworden. Das Detail des Vortrags soll mit den Resultaten fernerer, z. Th. mikroskopischer Untersuchungen, nachdem auch die Special-Aufnahme der geognostischen Verhältnisse des Auerbergs stattgefunden haben wird, seiner Zeit veröffentlicht werden.