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Die supramarine Beschaffenheit der Kaimeni-Inseln bei Santorin nach dem Eintritt der vorjährigen Eruption

Roth, Justus

Kurzfassung

Die Unterlage der Photographieen ist eine Reliefkarte der gesammten Inselgruppe, welche, von den Herren Stübel, K. v. Fritsch und Reiss an Ort und Stelle hergestellt, begleitet von einer Abhandlung binnen Kurzem der Oeffentlichkeit übergeben werden soll. Bei der Aussicht auf die eingehenden Arbeiten, welche ausserdem von Herrn v. Seebach und Herrn Stache zu erwarten sind, mögen nur zwei Bemerkungen hier ihren Platz finden. Die eine bezieht sich auf die Thatsache, dass auch in Santorin die vulkanische Thätigkeit jetzt auf das (Süd-) Ende der von Methone nach Santorin reichenden Spalte beschränkt ist; dieselbe Erscheinung, die bekanntlich auf der Vesuvspalte und an andern Orten hervortritt. Die zweite Bemerkung, mehr hypothetischer Art, bezieht sich auf die petrographische Beschaffenheit der Laven. Die Analysen der Laven von Aphroessa, Georg I, Reka zeigen (mit Ausnahme der Analyse eines Auswürflings von Georg I) ein so grosses Vorherrschen des Natrons über das Kali, dass in dem nothwendig freie Kieselsäure enthaltenden, nach Zirkel einfach brechenden Glase ausser dem darin angenommenen Sanidin noch ein natronreicher Feldspath vorhanden sein muss, den man übrigens in ganzen, mit Salzsäure behandelten Stücken mit Sicherheit erkennt. Diese Analysen stimmen im grossen Ganzen gut mit denen des Bimssteins von Santorin (Abich) und des trassähnlichen Gesteins (Elsner) überein. Nach Mittheilungen von K. v. Hauer und Stache (Jahrb. Reichsanst. Bd. 16, Verh. 189) haben die Ausbrüche, denen die Maiinseln (Maionisi) ihre Entstehung verdanken, neben sauren Laven noch basische Produkte zu Tage gefördert, welchen die Herren v. Hauer und Stache den Namen Eukritlaven beilegen.