Original paper

Ein in dem Diluvialsande der Eisenbahndammschüttung der Berlin-Cüstriner Eisenbahn in der Gegend von Müncheberg (6 Meilen östlich von Berlin) von ihm aufgefundenes Exemplar von Cardium edule

Dücker, A. von

Kurzfassung

Der Redner berichtete ferner über ein Vorkommen torfähnlicher Braunkohle in der Gegend südwestlich und nordwestlich von Frankfurt a. d. O. und südwestlich von Fürstenwalde, welches unter 20 bis 40 Fuss starker Ueberdeckung mit diluvialem Sande und Geröll aufgefunden wurde, bei Jacobsdorf südwestlich von Frankfurt a. d. O. einen Kalkmergel mit lebenden. Süsswasser-Conchylien überlagert, und von welchem der Redner glaubt, dass es der Diluvialzeit angehöre. In Bezug auf die ächte Braunkohlenformation der Gegend von Fürstenwalde erwähnte der Redner die gefältelte Lagerung, die Denudation der Köpfe der Falten durch das Diluvialmeer und die auch noch nach der Ablagerung der Diluvialbildungen eingetretenen, bedeutenden Verschiebungen in der Braunkohlenformation. Herr Beyrich bemerkte in Betreff des vorgelegten Cardium edule, dass das Vorkommen dieser Muschel bei Müncheberg von grossem Interesse sein würde, wenn dieselbe wirklich aus Diluvialablagerungen herstamme, indem bis jetzt zwischen der Elbe und Oder nur Süsswasserconchylien, im Besonderen Paludinen in grosser Verbreitung, als Diluvialconchylien gefunden seien. Indess stimme die Erhaltung des fraglichen Cardium nicht mit der Annahme, dass es diluvialen Ursprungs sein könne; vielmehr sei anzunehmen, dass dasselbe, überhaupt nicht fossil, durch irgend einen Zufall in den, Alluvialboden gerathen sei, der an der bezeichneten Stelle nothwendig mit dem unterliegenden Diluvium das Material für die Eisenbahndammschüttung, in der die Muschel gefunden, abgegeben haben muss. Herr v. Koenen machte auf die Möglichkeit aufmerksam, dass die von Herrn v. Dücker für diluvial gehaltenen Braunkohlen vielleicht eher als Torfschichten zu deuten sein möchten, die durch Alluvionen der Oder bedeckt worden seien, wie ja ähnliche Verhältnisse von dem Redner zwischen Cüstrin und Seelow beobachtet und in dieser Zeitschrift beschrieben worden wären.