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Geognostische Skizze der Goldfelder von Dahlonega, Georgia, Nordamerika.

Credner, Hermann

Kurzfassung

War bis vor Kurzem das Augenmerk des bergbautreibenden amerikanischen Publikums fast allein auf den Westen, auf die pacifischen Staaten und die Territorien der Rocky Mountains gerichtet, - sah man in diesen allein die Schatzkammern, in welche die Natur die edlen Metalle concentrirt habe, so hat die Beendigung der jüngsten Revolution dem nordischen Unternehmungsgeist ein neues, weites Feld in den Landstrichen eröffnet, welche sich östlich von den AUeghanys, zwischen ihnen und der Küste des atlantischen Oceans, durch Virginia, Nord- und Süd-Carolina, sowie Georgia und Alabama ausdehnen. Sobald es die Wiederstellung der Eisenbahnen und der sonstigen Verkehrsmittel, sowie der persönlichen Sicherheit erlaubte, also seit dem Herbste vorigen Jahres bis jetzt habe ich fast ununterbrochen jene Mineraldistrikte bereist und bereits in der Zeitschrift d. deutsch. geol. Gesellsch., Jahrg. 1866, S. 77 ff. und der Berg- und hüttenm. Zeitung, Jahrg. 1866, einige Notizen über den geognostischen Charakter der Goldvorkommen Virginias veröffentlicht. Diesen Notizen erlaube ich mir die folgende Skizze anzureihen. Das mir über die kurz behandelten Themata zu Gebote stehende, wichtige Material gedenke ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland einer specielleren Arbeit über "die Geognosie und den Mineralreichthum des östlichen Nordamerikas" einzuverleiben. Wie bereits anderen Ortes erwähnt, erstreckt sich östlich von den Alleghanys und ihnen parallel eine bis 5000 Fuss hohe, kühngeformte Gebirgskette, die Blue Ridge, welche aus Graniten und Gneissen besteht und auf ihren westlichen Abhängen von den Gliedern des Silur, an ihrem östlichen Fusse von den Schichten der ältesten versteinerungsführenden Formation, dem taconischen Systeme, überlagert wird.