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Aus dem thüringischen Zechstein.

Richter, R.

Kurzfassung

Nachdem die Ostrakoden des Zechsteins wiederholt von englischen und deutschen Forschern gründlich und ausführlich untersucht und beschrieben worden sind, möchte es fast bedenklich erscheinen, nochmals die Aufmerksamkeit auf dieselben kleinen Formen und überdies nur auf die einem verhältnissmässig engbegrenzten Gebiete angehörigen zu lenken. Allein die Auffindung einiger neuer Arten und mehr noch der Umstand, dass die verticale Verbreitung dieser Muschelkrebse die bisher bekannten Grenzen wesentlich überschreitet, mögen zur Entschuldigung dienen. Während bis jetzt in England nur der obere (Crystalline Limestone King und Kirkby) und der mittlere Zechstein (Fossiliferous Limestone King, Shell-Limestone Howse und Kirkby) Ostrakoden geliefert haben und das relative Alter des Muttergesteins der russischen und nordamerikanischen Species noch nicht ganz feststeht, waren diese kleinen Crustaceen in Deutschland nur aus unterem Zechstein bekannt. Die für den deutschen Zechstein sich ergebenden Differenzen in Betreff der Niveaubestimmungen, indem als Muttergestein der Ostrakoden bei Selters und Bleichenbach und bei Gera die oberen, bei Saalfeld und Kamsdorf die unteren Glieder des unteren Zechsteins bezeichnet wurden, dürften nur scheinbare sein und sich unter Berücksichtigung der übrigen Petrefacten, welche an allen den genannten Punkten in völlig gleicher Weise als Begleiter der Ostrakoden auftreten (Serpula planorbites Münst., S. pusilla Gein., Turbonilla Phillipsi Howse, T. Rössleri Gein., Turbo obtusus Brown, Edmondia elongata Howse, Pleurophorus costatus Brown, Gervillia antiqua Münst., Nucula Beyrichi Schaur., Pecten pusillus Schloth., Lima permiana King, Terebratula elongata Schloth., Spirifer Clannyanus King, Strophalosia Morrisiana King, Fenestella Geinitzi D'Orb., Acanthocladia anceps Schloth., Dingeria depressa Gein., Stenopora columnaris Schloth. nebst mehreren Foraminiferen), hauptsächlich als Differenzen in der Zählung der Formationsglieder herausstellen. Darf das Tiefste der Rauchwacke bei Saalfeld, eine bis 20 Fuss mächtige und aus Eisenkalktrümmern mit dolomitischem Bindemittel bestehende Breccie, als ältestes Glied des mittleren Zechsteins angesprochen werden, so profilirt sich der untere Zechstein in folgender Weise: [...]