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Über "Hohlgeschiebe" aus dem Rothliegenden bei Kreuznach

Lossen, Karl Aug.

Kurzfassung

Herr Lossen legte eine Reihe "Hohlgeschiebe" aus dem Rothliegenden bei Kreuznach vor, in allen Stadien der Ausbildung, von dem gänzlich ungehöhlten, höchstens drusigen Geschiebe bis zu derartig ausgehöhlten Stücken, dass stellenweise die Höhlung die äussere Geschiebewand durchbrochen hatte. Ergänzend und berichtigend bemerkte derselbe zu dem Aufsatze des Herrn Laspeyres über denselben Gegenstand (diese Zeitschr. Jahrg. 1865. S. 609 ff.), dass nicht bloss ein dolomitischer Kalkstein im südlichen Hunsrück ansteht und das Material zu den theils gehöhlten, theils ungehöhlten Geschieben im Rothliegenden geliefert hat, sondern dass zwei chemisch wie petrographisch ganz verschiedene Gesteine hier wie dort vorkommen. Das Hauptvorkommen kalkiger Gesteine zu Stromberg, welches ein linsenförmiges Lager in den Taunusschiefern bildet, besteht nämlich keineswegs aus einem dolomitischen, sondern aus einem reinen, dichten, muscheligen, nur selten durch zahlreich eingebettete Crinoidenglieder pseudo-körnigen Kalksteine, der nach einer durch den Vortragenden veranstalteten Analyse nur 0,42 pCt. kohlensaure Magnesia enthält, wie dies auch seine praktische Verwendung erwarten liess. Ausserdem kommen zu Stromberg innerhalb des erwähnten Kalklagers dem Anschein nach unregelmässig stockförmige Partieen sowie unabhängig davon zu Bingerbrück und Münster bei Bingen Lager eines deutlich mittel- bis kleinkörnigen Dolomites vor, der häufig drusig wird und längst durch seine Verwendung zu Wassermörtel (Cementfabrikation) in seiner von dem Kalkstein verschiedenen chemischen Zusammensetzung erkannt ist, wie dies eine Analyse des Dolomits von Bingerbrück durch Herrn Fresenius (chemische und prakt. Untersuchung der wichtigsten Kalke des Herzogthums Nassau von R. Görz, Wiesbaden, 1854) und eine solche des Stromberger Dolomits, durch den Vortragenden veranstaltet, bestätigen.