Original paper

Ueber die chemische Constitution der Glimmer.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Für die bis jetzt noch sehr unsichere Kenntniss von der Zusammensetzung der Kaliglimmer habe ich durch Analysen einiger Abänderungen einen Beitrag zu liefern gesucht. In dünnen Blättchen über Schwefelsäure getrocknet, geben sie beim Erhitzen, selbst bei schwachem Glühen kein Wasser oder nur Spuren. Erst in starker Glühhitze tritt ein ansehnlicher Verlust ein, welcher in Wasser und Fluorkiesel besteht, und wobei auch Fluorwasserstoffsäure auftritt. Es ist vielleicht nicht ganz richtig, die Menge des chemisch gebundenen Wassers aus der Differenz des Glühverlusts und der aus dem Fluorgehalt berechneten Menge Fluorkiesel abzuleiten, doch ist dies in Ermangelung einer besseren Methode im Nachfolgenden geschehen. Von jedem Glimmer wurden drei Partialanalysen gemacht: 1. Schmelzen mit kohlensaurem Natron und einer gewogenen Menge Kieselsäure zur Bestimmung des Fluors, ev. der Kieselsäure, Thonerde etc. II. Schmelzen mit kohlensaurem Natron. III. Aufschliessen mit Fluorwasserstoffsäure zur Bestimmung der Alkalien. Die Oxydationsstufen des Eisens wurden ermittelt, indem die Glimmer mit einer etwas verdünnten Schwefelsäure in zugeschmolzenen Glasröhren längere Zeit auf 200-300 Grad erhitzt wurden, wie A. Mitscherlich vorgeschlagen hat. Durch übermangansaures Kali wurde der Gehalt an Eisenoxydul bestimmt, woraus sich mit Rücksicht auf die schon gefundene Gesammtmenge des Eisens die des Oxyds berechnen liess. Die von mir analysirten Glimmer sind von Utö, Easton, Goshen, Aschaffenburg und Bengalen.