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Bemerkungen über den Scheelit vom Riesengebirge.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Mit Recht hat das Bekanntwerden eines neuen Fundortes des Scheelits grosses Interesse erregt, einerseits weil dieser Fundort die Provinz Schlesien ist, und dann weil das Mineral Wer an Schönheit der Krystalle alle anderen Vorkommen übertrifft. Herr. F. Roemer hat bereits über die Lokalität, am Kiesberge zwischen Gross-Aupa und der Riesenbaude, über die geognostischen, Verhältnisse der Lagerstätte, die Combination der beobachteten Formen und die Resultate der Analyse einen interessanten Aufsatz in dieser Zeitschrift mitgetheilt, und ich habe in dem vorliegenden bloss die Absicht, die Ergebnisse meiner Beobachtungen über das hemiëdrische Auftreten der beiden Vierkantner und einige Winkelmessungen anzuführen, welche durch Mittheilung einer grösseren Zahl loser Krystalle veranlasst wurden, die Herr Böhmer mir für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hatte. Gewöhnlich geht man beim Scheelit von einem Quadratoktaëder aus, welches zwar bei den isomorphen Mineralien Scheelbleierz und Gelbbleierz vorherrscht, hier aber sehr zurücktritt. Denn die Scheelitkrystalle werden in der Regel von dem ersten stumpferen desselben gebildet. Dieses dem regulären nahekommende Oktaëder mit Endkantenwinkeln von 107 Grad 18 Min. und Seitenkantenwinkeln von 113 Grad 54 Min. verdient weit mehr als Hauptoktaëder zu gelten. Es sind dies die Winkel, welche sich aus den Messungen Dauber's an Krystallen von Schlackenwalde und von Neudorf ergeben, und ich werde sie beibehalten, da meine eigenen Messungen der schlesischen Krystalle ihnen sehr nahe kommen.