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Kreuznach und Dürkheim a. d. Hardt.

Laspeyres, Hugo

Kurzfassung

Vorbemerkung. Kartographisch bezieht sich die folgende Abhandlung auf die geognostische Uebersichtskarte des kohleführenden Saar-Rhein-Gebietes, welche Herr E. Weiss in Saarbrücken und ich im Maassstabe von 1:160000 im Verlage von J. H. Neumann in Berlin als Grundlage von später noch zu publicirenden Arbeiten herauszugeben im Begriffe stehen. I. Abschnitt. Einleitendes. 1. Allgemeine Topographie. §. 1. Begrenzung der betreffenden Gebirgszüge. Zwischen dem Hunsrück im Norden, dem Plateau von Lotharingen im Westen, den Vogesen im Süden und dem Odenwalde mit dem Spessart im Osten liegt ein Gebirgsplateau von 900 Fuss mittlerer Meereshöhe, in dessen östlichem Theile die beiden Orte Kreuznach und Dürkheim gelegen sind. Die Grenze dieses Gebirgslandes nach Norden ist scharf markirt, obwohl sie durch keinen Fluss wie nach den anderen Himmelsgegenden gebildet wird, sondern nur durch den geradlinigen, von Westsüdwest nach Ostnordost gerichteten, steilen Südabfall der hohen Gebirgskämme der Hoch-, Idar- und Soon-Wälder, welche südlich des Schieferplateaus, welches im engeren und eigentlichen Sinne des Wortes "Hunsrück" genannt wird, sich von der Saar bis an den Rhein ziehen, um jenseits desselben bis zur Wetterau in gleicher geognostischer und topographischer Beschaffenheit unter dem Namen Taunus das rheinische Schieferplateau südlich abzuschliessen. Die westliche Grenze unseres Gebirgsplateaus mit dem von Lotharingen ist sehr gut bestimmt durch den unteren und mittleren Lauf der scharf eingeschnittenen Saar. Die Grenze mit den südlichen Vogesen ist ungemein verschieden aufgefasst, meist aus politischen Gründen, und ist auch rein topographisch betrachtet am schwersten zu bestimmen. Die natürlichste Grenze dünkt mich, da sie ziemlich mit der politischen zwischen Frankreich und Deutschland zusammenfällt, die folgende. Einerseits der Hornbach von seiner Quelle südlich von Pirmasenz an bis zu seiner Mündung in den Schwarzbach bei Zweibrücken, dann der letztere bis zu seiner Mündung in die Blies bei Einoed und von da an die Blies bis zur Saar, andererseits der obere Lauf des in der Nähe des Hornbaches entsprungenen Saar- oder Sauerbaches bis Schönau und der untere Lauf der Lauter von Bundenthal bis zur Mündung in den Rhein. Die östliche Grenze, das breite Rheinthal von der Lauter und der Murg abwärts bis zum Taunus und Hunsrück, welche das Rheinthal unterhalb Bingen bis auf die Flussbreite verengen, ist am auffallendsten.