Original paper

Ueber Tellurwismuthsilber aus Mexico

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Im December 1866 schickte Professor A. del Castillo in Mexico an Geh. Rath Burkart in Bonn Proben eines neuen Erzes mit der Bezeichnung: "Bismuto telural sulfo argentifero. Especie nuova. Se encuentra en las minas de plata de la Sierra de Tapalpa, Estad. de Jalisco. Para presentar al Sennor Rammelsberg en mi nombre, suplicandole lo analize en interes de la ciencia."

Herr Burkart hat die Güte gehabt, das Erz mir zukommen zu lassen. Es ist ein graues, hier und da bunt angelaufenes, körniges Aggregat, welches so weich ist, dass es sich mit dem Messer schneiden, zugleich aber doch in so weit spröde ist, dass es sich fein pulvern lässt. Das V.G. ist = 7,803.

Im Kolben erhitzt, schmilzt es leicht und giebt ein schwaches weisses Sublimat. Vor dem Löthrohr auf Kohle kocht die Masse, dampft stark, beschlägt die Kohle weiss und gelb und hinterlässt zuletzt ein Silberkorn. Dabei ist weder Arsen- noch Selengeruch wahrzunehmen.

Das Pulver wird schon in der Kälte von Salpetersäure stark angegriffen; es entsteht eine grüne Auflösung, welche sich beim Erhitzen entfärbt, und ein weisser schwerer Niederschlag.

Erhitzt man es in Chlorgas, so findet eine lebhafte Zersetzung statt, welche jedoch aufhört, so bald die schmelzende Masse sich mit Chlorsilber bedeckt hat.

Die von H. Rose für oxydirte Tellurverbindungen empfohlene Methode der Zerlegung durch Schmelzen mit Cyankalium in Wasserstoffgas gab hier keine günstigen Resultate, und es fand sich am besten, die Substanz durch Salpetersäure zu oxydiren, die verdünnte Flüssigkeit mit Ammoniak zu übersättigen und mit Ammoniumhydrosulfür stark und anhaltend zu digeriren.