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Beiträge zur Kenntniss fossiler Korallen.

Kunth, A.

Kurzfassung

3. Ueber Analoga des Deckels der Zoantharia rugosa bei lebenden Korallen. Taf. I. Fig. 1. In der letzten Nummer meiner Beiträge hatte ich in Uebereinstimmung mit Herrn Lindström darauf aufmerksam gemacht, dass einige Zoantharia rugosa eine deckelartige Vorrichtung besitzen. Schon Herr Lindström hat in seiner Arbeit (Stockholmer Academie 1868) versucht, Analoga dieses Deckels bei lebenden Korallen zu entdecken; allein das, was er anführt, ist nach seinem eigenen Urtheile weit entfernt von unseren Gebilden, und ich erwähne es daher nicht näher. Herrn Prof. Leukart, dem ich von meinen Beobachtungen erzählte, verdanke ich nun die Notiz, dass bereits Herr Edwards eine dem Deckel analoge Bildung an lebenden Korallen beobachtet zu haben scheine, und dass Herr Edwards die betreffende Koralle mit dem Namen pudica bezeichnet habe. Die Art, um die es sich handelt, ist Crypthelia pudica (Annales des sciences naturelles, série III, tome. 13, 1850, p. 93, t. 3, f. 1. Die hier citirte Beschreibung findet sich auch in der Hist. nat. des corall.). Die von Herrn Edwards gegebene Beschreibung lässt allerdings kaum errathen, dass das Organ eine Art Deckel vorstelle. Dagegen sprechen die Abbildungen um so deutlicher für die Sache. Die Koralle, aus der Gruppe der Oculiniden, stellt einen baumförmigen Stock dar. Alle Polypenmündungen stehen nach einer Richtung. Der Kelch trägt an der einen Seite einen Hautlappen, welcher sich über die Mündung legt. Im Inneren des Kelches finden sich 16 bis 18 Sternleisten: "Ces rayons s'arretent à une petite distance du bord exterieur, et l'on n'en distingue pas en dedans de la partie repliée (des Deckels), laquelle est également lisse en dehors." - Lebend bei den Philippinen. Dass dieser Deckel bei Crypthelia keine Kalkabsonderungen enthält, ist natürlich für die Analogie ganz gleichgültig. Derselbe zeigt sich hier durchaus in der Weise gebildet, wie ich es mir für Calceola und die anderen deckeltragenden Rugosen denke, und wie ich das Band XXI. p. 679 ausgesprochen habe. Da die Annales des sciences naturelles vielleicht vielen Paläontologen schwer zugänglich sind, so habe ich die Figuren von Herrn Edwards kopiren lassen. 4. Neue paläozoische Zoantharia perforata. 1. Prisciturben densitextum n. sp. Taf. I. Fig. 2. Auf einem Stück silurischen Kalksteins von Oeland, in welchem man die Reste einer baumförmigen, engzelligen Calamopore noch erkennen kann, sitzt ein Korallenstock von etwa 50 Mm. Länge und 25 Mm. Breite.