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Anstehende Juragesteine im Regierungsbezirk Bromberg.

Runge

Kurzfassung

Schon seit dem Jahre 1847 ist das Vorkommen des oberen Juras in dem Bohrloch von Ciechocinek, drei Meilen östlich von Thorn, bekannt (cf. Zeuschner, Neues Jahrbuch f. Min., Bd. 1847, S. 156, und Girard, Norddeutsche Ebene, Berlin, 1855, S. 50). Herr Girard betrachtete diese Gesteine, welche nach den zahlreich eingeschlossenen Petrefakten unzweifelhaft dem Niveau des Koralrag von Franken und Württemberg angehören, als eine Insel oder einen vorgestreckten Arm der südlich verbreiteten polnischen Jurabildungen, welche mit dem oolithischen Jurakalk in Pommern nicht zu vereinigen seien. Von dem östlichsten Beobachtungspunkte in Pommern, dem im Jahre 1853 als solchen durch Herrn Ribbentrop bekannt gewordenen Dorfe Bartin, 2 1/2 Stunden südöstlich von Colberg (cf. Zeitschrift d. Deutsch. geol. Gesellschaft, Bd. V, S. 618 u. 666), lag dieser Punkt circa 35 Meilen entfernt. Nach Herrn Zeuschner waren die in Ciechocinek von 93' an bis zu 1409' Tiefe durchbohrten Juraschichten zum Theil oolithisch, zum Theil auch dolomitisch. Von Petrefakten waren durch Herrn Zeuschner bestimmt Ceriopora clavata Goldf., Cnemidium rimulosum, Pentacrinus angulatus, Cidaris communis, C.. Blumenbachi, Terebratula pectunculus, pectunculoides, substriata, loricata, ornithocephala. Dagegen sind nach Herrn Wessel (Zeitschr. d. Deutsch. geol. Gesellsch., Bd. VI, 1854) im oberen Jura Pommerns eine nördliche und südliche Gruppe von Gesteinen zu unterscheiden. Die nördliche umfasst die hellgefärbten Kalke und Mergel, die an beiden Seiten des von der Karpine durchflossenen Moores in den Feldmarken der Dörfer Fritzow, Tribsow, Schwerz, Friedensfelde und Schwirsen auftreten.