Original paper

Ueber die chemische Constitution des Uranophans.

Werbsky

Kurzfassung

Der Deutschen geologischen Gesellschaft berichtete ich 1853 (Bd. V., S. 427) und 1859 (Bd. XL, S. 384) über die von Herrn Grundmann in Tarnowitz und mir ausgeführten Untersuchungen über den Uranophan, welchen ich in Kupferberg in Niederschlesien aufgefunden hatte; die damals aus den Analysen Herrn Grundmann's abgeleitete Constitutionsformel 3 R2 Si + 5 R2 Si + 36 H befriedigte indessen nicht besonders. Es schien mir der Mühe zu lohnen, da meines Wissens dieses Mineral das einzige analysirte wesentlich Uran haltende Silicat ist, zu prüfen, ob die von Herrn Rammelsberg vertretene Auffassung der Silicate zu einem besseren Ergebniss führe, was sich auch bestätigte. Nach Maassgabe der hier folgenden Erörterung ist der Uranophan ein Thomsonit, in welchem 3/5 des Aluminiums durch Uran vertreten wird, jedoch so, dass diesem substituirten Uran ein gleiches Aequivalent Uran als Uranoxydhydrat angelagert ist, ganz so, wie wir das Uran in der Verbindung U4 RIIO7, H20 gegenüber der analogen Verbindung der Thonerde Al2 RIIO4, H2O begegnen.