Obituary

Nekrolog von Friedrich Adolph Roemer.

Roemer, Ferdinand

Kurzfassung

Am 25. November starb mein theurer Bruder Adolph, und vorgestern haben wir drei überlebenden Brüder ihn unter dem Geleite zahlreicher Freunde auf dem Kirchhofe in Clausthal bestattet. Nachdem schon seit einer Reihe von Jahren seine Gesundheit durch wiederholte Gichtanfälle erschüttert war, bildete sich vor etwa drei Wochen ein wassersüchtiger Zustand aus, der ein baldiges Ende voraussehen liess. Mit Festigkeit und Ergebung sah er dem Tode entgegen, der glücklicherweise nach nicht zu langem und schmerzlichen Kampfe eintrat. Da meinem Bruder durch seine Arbeiten immerhin eine gewisse Stelle in der Geschichte der Geognosie gesichert ist, so werden die folgenden wenigen Notizen über sein Leben und seine Schriften hier wohl am Orte sein. Wenn dieselben von dem Bruder und nicht von einem unparteiischen Dritten gegeben werden, so soll dieser Umstand doch, wie ich hoffe, die Gerechtigkeit des Urtheils nicht zu sehr vermissen lassen. Am 14. April 1809 in Hildesheim geboren und anf dem dortigen Gymnasium Andreanum gebildet, widmete er sich dem Studium der Jurisprudenz und wurde, nachdem er von 1828 bis 1831 diesem auf den Universitäten Göttingen und Berlin obgelegen hatte, als juristischer Beamter in Hildesheim angestellt. Er verblieb hier bis zu seiner im Jahre 1840 erfolgten Versetzung an das Amt Bovenden bei Göttingen. Von dort wurde er nach dreijährigem Aufenthalte im Jahre 1843 an das Bergamt zu Clausthal versetzt. Einige Jahre später wurde ihm das Lehramt für Geognosie und Mineralogie an der dortigen Bergakademie übertragen. In dieser Thätigkeit ist er bis znm Jahre 1867 verblieben, in welchem er seiner geschwächten Gesundheit halber die Entlassung aus dem Staatsdienst nahm, nachdem er im Jahre 1862 zum Vorstande der Bergschule ernannt war. Schon früh hatte sich bei meinem Bruder die Neigung für naturhistorische Studien entwickelt.