Original paper

Ueber die Contactmetamorphose der körnigen Diabase im Harz.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Unter der grossen Mannichfaltigkeit von Eruptivgesteinen, die den Harz auszeichnet, bietet kaum ein anderes so viel Interesse, als die sogenannten Grünsteine des alten Grauwacken-Schiefergebirges, die Diabase. Spielen dieselben auch nicht die gewichtige Rolle, die Hausmann ihnen zutheilte, der sie als hebendes Element des ganzen Gebirges betrachtete, so sind sie doch schon wegen ihrer ausserordentlichen horizontalen und verticalen Verbreitung, welche letztere vom Vordevon bis in die carbonische Periode hineinreicht, für den Harz von grosser Bedeutung. Nur wenige andere Harzer Gesteine treten in so grossen Massen auf, keines in solcher Mannichfaltigkeit der petrographischen Ausbildungsweise. Was aber diese Gesteine ganz besonders auszeichnet, das sind die auffälligen und weitverbreiteten Veränderungen, welche sie im Nebengesteine hervorgebracht haben. Fast überall, wo Diabase im alten Schiefergebirge auftreten, da zeigen die mit ihnen in Berührung kommenden Gesteine einen vom gewöhnlichen durchaus abweichenden Habitus und tragen alle Merkmale einer tiefgehenden Metamorphose an sich, einer Metamorphose, die -, wie das enge Gebundensein solcher Gesteine an die Diabase zeigt - nur von diesen letzteren ausgegangen sein kann. Die weite Verbreitung dieser veränderten Gesteine, die im Folgenden kurz als Contactgesteine bezeichnet werden sollen, ihre geringe Mächtigkeit bei sehr ausgeprägter petrographischer Eigenthümlichkeit, die zahlreich zu beobachtenden Uebergänge in unverändertes Gestein und endlich die vielen guten Aufschlüsse in tief eingeschnittenen Thälern und auf vegetationsarmen Plateaus, das Alles lässt wenig andere Beispiele metamorpher Vorgänge für ein eingehenderes Studium in gleichem Grade geeignet und lohnend erscheinen, als die in Rede stehende Contactmetamorphose.