Original paper

Ueber einige Umwandlungen finländischer Feldspathe.

Lemberg, J.

Kurzfassung

Auf zwei geognostischen Sommerreisen in Finland hatte ich Gelegenheit, den Granit in der Stadt Helsingfors zu untersuchen, und zwar den Observatoriumshügel sowie den Felsen, auf dem die neue russische Kirche erbaut ist. Im Sommer 1868 fand ich an genannten Stellen Sprengungen vor, durch welche interessante und zum Theil mir unbekannte Gesteinsumwandlungen blossgelegt waren. Da indess die chemische Untersuchung nicht abgeschlossene Resultate ergab, beschloss ich die Localuntersuchung im folgenden Jahre zu vervollständigen. Leider waren die gesprengten Stellen zum grössten Theil mit Kehricht und Gesteinstrümmern verschüttet oder, wie bei der russischen Kirche, mit Rasen belegt worden, und wie ich vernahm, ist es die Absicht, alle die nackten Felsen unter einer Vegetationshülle verschwinden zu lassen. Die nachträgliche Untersuchung konnte daher zum Theil gar nicht, zum Theil nur sehr unzulänglich, oft an losen abgesprengten Stücken ausgeführt werden, und für die chemische Untersuchung ergab sich noch der besondere Nachtheil, dass nicht immer zur Analyse ausreichendes Material gewonnen werden konnte. Trotzdem beschloss ich, die Arbeit fortzuführen, einerseits, da schon viele Analysen vorlagen, deren Resultat kein ganz uninteressantes war, andererseits, da man nicht annehmen konnte, alle hier beobachteten Verhältnisse hätten bloss lokale Bedeutung und könnten anderswo nicht näher untersucht oder controlirt werden. Im Gegentheil habe ich ähnliche Verhältnisse recht oft beobachtet; es scheint aber, dass man ihnen bisher keine nähere Aufmerksamkeit zugewandt hat. Soweit analytisches Material verschafft werden konnte, sind auch anderweitige Vorkommnisse berücksichtigt. Die Methode der Analyse anlangend, wurden die Silikate mit Flusssäure und Schwefelsäure aufgeschlossen, Thonerde und Eisenoxyd durch essigsaures Ammon in der Siedhitze gefällt, Kalk durch oxalsaures Ammon abgeschieden. Nach Abrauchung der Ammonsalze trennte man die Magnesia von den Alkalien durch Barytwasser, das Kali vom Natron durch Platinchlorid. Bei der Analyse des bloss durch Schwefelsäure zersetzten Silikatantheils wurde die abgeschiedene Kieselsäure dem unzersetzten Rückstande durch Kochen mit verdünnter Natronlauge entzogen.