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Ueber den Topas einiger Zinnerzlagerstätten, besonders von Altenberg und Schlaggenwalde, sein Vorkommen und seine Krystallformen.

Groth, Paul

Kurzfassung

Von den zahlreichen Varietäten des Topas, welcher zu den an Krystallflächen reichsten Mineralien gehört, hat bisher nur eine Gruppe besonders eingehende Untersuchung erfahren, nämlich die russischen Topase, durch die Arbeiten des Herrn von Kokscharoff. Unter allen übrigen sind verhältnissmässig am wenigsten genau untersucht diejenigen der Zinnerzlagerstätten, auf welchen der Topas zu den für die Formation besonders bezeichnenden Mineralien zu zählen ist. Namentlich gilt dies von den zahlreichen Fundorten desselben im sächsischen Erzgebirge und den angrenzenden Theilen von Böhmen. Der Umstand, dass sich in Berlin eine Sammlung von Handstücken dieser Vorkommen (welche zum grössten Theil jetzt keine Ausbeute mehr liefern) befindet, wie sie wohl kaum zum zweiten Male existiren dürfte, nämlich in der reichen Privatsammlung des Herrn Tamnau, - die Freundlichkeit desselben, welcher mir die Untersuchung dieses vorzüglichen Materials in eingehendster Weise gestattete und mich dadurch zum grössten Danke verpflichtete, veranlasste die vorliegende monographische Bearbeitung. Dadurch, dass sich von den hier in Betracht kommenden Localitäten in der Tamnau'schen Sammlung mehrere hundert sorgsam ausgewählte Handstücke befinden, war es möglich, auch für die Paragenesis der Mineralien sichere Daten zu gewinnen, da für jedes Altersverhältniss unter den zahlreichen Stufen sich immer solche befanden, welche über das relative Alter keinen Zweifel übrig Hessen. Ich widme daher im Folgenden dem Vorkommen um so lieber einige Zeilen, als ich, durch eigene Anschauung mit allen erwähnten Localitäten bekannt, demselben zum Theil ein eingehenderes Studium gewidmet habe, in der Hoffnung, dass die erlangten Resultate auch für die Kenntniss der Zinnerzlagerstätten im Allgemeinen von einigem Interesse sein dürften.