Original paper

"Untersuchungen über die mikroskopische Zusammensetzung und Structur der Basaltgesteine von Dr. F. Zirkel, Bonn 1870."

Roth, Justus

Kurzfassung

Wenn die Erkenntniss, dass die dichten plutonischen Gesteine nur durch die Combination der chemischen und mikroskopischen Analyse eine richtige Deutung erfahren können, noch eines Beweises bedurft hätte, so würde ein solcher durch die vorliegenden Untersuchungen geliefert sein. Nach den 305 untersuchten Dünnschliffen von Basalten gruppirt Zirkel dieselben in 3 Abtheilungen : Feldspath-, Leucit- und Nephelin-Basalte. Die erste verbreitetste Gruppe entspricht dichten Doleriten und Pyroxenandesiten, wenn man unter ersteren labradorführende Augitgesteine, unter letzteren Augitgesteine versteht, deren trikliner Feldspath kieselsäurereicher ist als Labrador. Auch das Mikroskop kann die Entscheidung, ob der Feldspath Andesin, Oligoklas oder vielleicht gar Albit sei, nicht liefern. Ebenso wenig lassen sich bis jetzt über die Häufigkeit des in einzelnen Fällen sicher beobachteten Sanidines bestimmte Angaben machen. Nephelin ist nicht selten vorhanden, Leucit, Haüyn und Mellilith fehlen dagegen fast ganz in den untersuchten Dünnschliffen. Die Gesteine der zweiten Abtheilung, Leucit und Nephelin-Basalt, stehen einander viel näher als dem Feldspathbasalt, wenngleich in ihnen bisweilen Feldspath, sicher trikliner, monokliner fraglich vorkommt. Während nephelinfreie Leucitbasalte bis jetzt nicht gefunden wurden, tritt in den Nephelinbasalten nur bisweilen Leucit auf. Mellilith und die Mineralien der Sodalithgruppe kommen in beiden Gruppen vor.