Original paper

Über das anstehende Gebirge bei Stade und Lieth in Holstein

Hauchecorne, Wilhelm

Kurzfassung

Stade liegt auf der Grenze von Marsch und Geest. Die Geest tritt aus der Marschebene mit ziemlich bedeutenden Hügeln, welche nur aufwärts eine zusammenhängende Uferwand gegen die Ebene bilden, abwärts dagegen kuppenförmig gestaltet und, von wagerechten Alluvionen umzingelt sind. Ausgezeichnet unter diesen Hügeln ist im Südwesten der Stadt ein von Osten nach Westen streichender Kamm, genannt die Horst, vorspringend gegen das Thal der Schwinge wie ein kleines Vorgebirge, nördlich flankirt durch das Schwingethal selbst, südlich durch ein Nebenthal, jenseit dessen höhere Diluvialhügel beginnen, aber bald durch schroffe und eigenthümliche Haldenformen am Garten des Medicinalraths Sander, Schanzen genannt, abgelöst werden. In dem nördlichen Abfall der Horst hat eine Ziegelei ein rothes Thonlager aufgeschlossen, während der südliche Abfall von Stinkstein verschiedenen Ansehens in Halden und frischen Anbrüchen gebildet wird, der auch noch in einer breiten Feldleiste das südlich vorliegende Thal durchsetzt und in unverkennbarem Zusammenhange mit den Haldenformen bei Sander's Garten steht, wo Rauchsteine verschiedener Art umhergestreut liegen und graue Gypsmassen in unbeträchtlicher Tiefe angebohrt und mehr als 100 Fuss mächtig sondirt sind- Obgleich unverkennbar ein geschichtetes Gebirge vorliegt, so ist doch das Streichen nur unsicher und das Fallen nirgends beobachtbar, es ist selbst nicht einmal wahrzunehmen, welche von den genannten Schichten im Hangenden, welche im Liegenden sich befinde, und nur die Analogie lässt hier mit einiger Sicherheit schliessen.