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die geognostischen Verhältnisse des hercynischen Schiefergebirges in der Umgegend von Wippra (Mansfelder Gebirgskreis).

Lossen, Karl Aug.

Kurzfassung

Es gehört diese Gegend der Zone metamorphischer Sedimente am Südostrande des Harzes an, die sich von Herrmannsacker bei Stolberg bis gegen Leimbach und Hettstädt erstreckt. Und zwar lassen sich die im Mittel in h. 3. streichenden Schichten, die, gegen Südost einfallend, im Hangenden der versteinerungsführenden Schichten von Harzgerode-Mägdesprung auftreten, hinreichend genau bestimmen als das metamorphische Aequivalent der hangenderen kalkführenden Schiefer des hercynischen Schiefersystems [Liegende (Wieder) Schiefer, Stufen d, e, f.]. Ueber der Kalk und Grauwacken führenden Zone (d) folgen schmale Quarzitlager (e), darüber endlich eine Zone Grüner Schiefer (f) im Thonschiefer, dieselben Schichten, welche auf Section Stolberg meistens und auf Section Hasselfelde ganz als normale Sedimente ausgebildet sind. Wie anderwärts im Harz steht auch hier die krystallinische Ausbildung der Sedimente in geradem Verhältnisse zu den physikalischen Störungen des Gebirges: zu der steilen und überstürzten Aufrichtung der Schichten, zu der Stauchung Biegung und Fältelung derselben im Grossen, wie im Kleinen. Der mineralogisch-chemische Charakter der Metamorphose ist ähnlich der Metamorphose am Südrande des rheinischen Schiefergebirges im Taunus: Albit, Chlorit, Quarz, Epidot, Eisenoxyd, Karpholith und Sericit oder Glimmer sind als krystallinische Bildungen des metamorphischen Processes zu nennen. Während dieselben im Taunus - wo der Karpholith noch nicht aufgefunden ist - vorzugsweise den Gesteinskörper selbst imprägniren, sind sie in der Wippraer Gegend des Harzes meistens in derben, zum Theil grobkörnigen Ausscheidungen (Schnüren, Knauern, Adern) zwischen den einzelnen Schieferblättern und quer durch dieselben ausgebildet. Auch die Quarzit- und Grauwackenlager sind nicht frei von solchen Ausscheidungen. Diese Ausbildungsweise ermöglicht es, die Entwicklung der Metamorphose bis zu einem gewissen Grade zu verfolgen.