Original paper

Geognostisch-mineralogische Fragmente aus Italien.

Rath, Gerhard Vom

Kurzfassung

VIII. Die Insel Elba. Elba, die grösste der Inseln des toscanischen Archipels, vereinigt mit der glücklichsten geographischen Lage die höchste Mannichfaltigkeit der Bodengestaltung. Während die anderen Inseln der genannten Gruppe theils nur einzelne Granitberge sind, wie Monte Cristo und Giglio, theils wilde, starr aufragende Felsmassen von Trachyt, die Capraja, oder von Schiefer, die Gorgona; die Pianosa hingegen eine einförmige, das Meer nur wenig überragende Fläche jüngster Tertiärschichten darstellt: ist Elba, von mehr als zwanzig Tausend Menschen bewohnt, gleichsam ein kleines Reich für sich mit Hochgebirg, schroffen Felsgräten (Serren), Hügeln, lieblichen Thälern und fruchtbaren, kleinen Ebenen, vielfach zerschnitten durch Meeresbuchten und Häfen, zwischen denen sich schmale, fast von der Hauptinsel abgelöste Halbinseln und Landzungen hinstrecken, s. die Karte Taf. XV (Maassstab 1:172,800). Von dem allgemeinen orographischen Charakter unserer Insel giebt die Ansicht, Taf. XV, eine Anschauung. Dieselbe ist gezeichnet vom Kastell zu Piombino, jenem Punkte, wo das Festland gegen Südwest vorspringend, sich bis auf weniger als 6 Miglien (= 1,5 geogr. M. = 11,129 met.) der nordöstlichen Spitze der Insel nähert, von ihr geschieden durch den Canal von Piombino (grösste Tiefe 53 m.), eine der sturmbewegtesten Strassen des Mittelmeeres.