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Das fossile Phyllopoden-Genus Leaia R. Jones.

Laspeyres, Hugo

Kurzfassung

Bei einer in Aussicht genommenen Monographirung der Wettiner und Löbejüner Steinkohlenablagerungen fand ich kürzlich in den alten Beständen der geognostischen Sammlungen des Handelsministeriums in Berlin ein, namentlich dem Kenner dieser Steinkohlenbildungen auffallendes Fossil mit der Bezeichnung "Posidonomya? Unterzug; Hangendes des Bankflötzes; Fischerschacht bei Wettin." Die Zugehörigkeit und Richtigkeit der Etiquette zu dem Fossil steht durch den petrographischen Charakter des feinen grauen Schieferthones mit vielen wohlerhaltenen Pflanzenresten, die das dortige Steinkohlengebirge bezeichnen, ausser allem Zweifel. Der Finder, der Einsender, sowie die Zeit des Fundes konnten weder durch die Inventarien noch durch die Handschrift des Bestimmers von dem Fossile ermittelt werden. Zwei genau auf einander passende Schieferthonplatten enthalten den Abdruck und den Gegendruck des wohl conservirten und scharf abgedrückten Fossils. Ein drittes Stück Schieferthon desselben Fundortes zeigt noch ein Bruchstück desselben Thieres, zum Beweise, dass es nicht so gar selten in diesen Schichten gewesen zu sein braucht. Der Gegenstand unserer Betrachtung ist der Abdruck einer rechten Schalenhälfte eines bivalvenartigen Thieres. Eine nähere Betrachtung desselben zeigt bald die Unrichtigkeit der obigen alten Bestimmung als Posidonomya oder Posidonia; denn der ganz an dem vorderen Ende des allerdings geraden Dorsalrandes (vergl. Taf. XVI., Fig. 1) gelegene Wirbel, um den herum die concentrische Runzelung sich über die ganze Valve zieht, widerspricht vollständig dem von H. Bronn aufgestellten Gattungscharakter der Posidonien.