Original paper

Ueber den Palatinit von Norheim in der Pfalz.

Kenngott, A.

Kurzfassung

Herr Laspeyres hat in dieser Zeitschrift, Band XIX. S. 854, die Analyse eines Gabbro von Norheim in der Pfalz und seiner Gemengtheile mitgetheilt, deren Deutung auf erhebliche Widersprüche führt, und ich beabsichtigte in meiner Uebersicht davon Notiz zu nehmen; da ich jedoch die Fortsetzung derselben aufgegeben habe und Herr Laspeyres später das analysirte Gestein (N. Jahrb. f. Min. 1869, 516) als ein selbstständiges mit dem Namen Palatinit zu benennen vorschlug, so finde ich mich veranlasst, auf Grund der mitgetheilten Analysen die Zusammensetzung dieses Gesteins zu besprechen. Ich bemerke vorerst, dass gegen den neuen Namen nichts zu sagen ist, insofern damit gegenüber Gabbro als einem älteren Gesteine ein analoges jüngeres bezeichnet werden soll, ich beabsichtige nur zu zeigen, dass man dieses Gestein nicht als ein Gemenge von Labradorit und Diallagit ansehen kann. Die seiner Zeit mitgetheilte Analyse des Gesteins (diese Zeitschrift XIX., 855) ist eine so genau ausgeführte, wie wohl kaum eine von einer Gebirgsart existirt, und es wäre daher gewiss zu erwarten, dass man auf Grund derselben eine erfolgreiche Berechnung anstellen könnte, doch stösst sofort die Berechnung der Gesteinsanalyse auf eine grosse Schwierigkeit, welche von Herrn Laspeyres nicht so hoch angeschlagen wurde. Das Gestein enthält nämlich ausser 0,625 Luftfeuchtigkeit 5,081 Procent Wasser, muss also durch Zersetzung sehr stark angegriffen sein. Trotzdem wird angegeben, dass das Gestein ein sehr frisches ist, ein so gut wie gar nicht angewittertes, und doch berechnete Herr Laspeyres als procentische Zusammensetzung: [...]