Original paper

Ueber ein Vorkommen von Zirkon in dem Hypersthenit des Radauthals bei Harzburg.

Rose, Gustav

Kurzfassung

Der Hypersthenit in den grossen Steinbrüchen des Radauthales oberhalb Harzburg, worin ich diese Zirkone beobachtet habe, ist ein meistens kleinkörniges Gemenge hauptsächlich von Labrador und Hypersthen (oder Bronzit). Der Labrador findet sich in Körnern, die durch Vorherrschen der Längsflächen tafelartig geworden sind; die darauf fast rechtwinkelig stehende erste Spaltungsfläche ist deutlich gestreift und perlmutterglänzend und erscheint auf der Bruchfläche des Gesteins sehr häufig als langgezogenes Rechteck, das zwischen den Kanten mit den Längsflächen wohl 1 bis 1 1/2 Linien breit, doch in der Regel viel schmäler ist; er ist graulichweiss bis schneeweiss und mehr oder weniger an den Kanten durchscheinend. Der Hypersthen ebenfalls in tafelartigen Körnern, die unregelmässig begrenzt und gewöhnlich kleiner als die Körner des Labradors sind, der stets früher auskrystallisirt ist als der Hypersthen; derselbe ist deutlich spaltbar nach der Hauptfläche der Tafel, nur sehr undeutlich prismatisch, und von faserigem Ansehen auf den prismatischen Spaltungsflächen, schwärzlichgrün und wenig glänzend. Das Gemenge ist gleichmässig körnig, doch kommen darin zuweilen grössere Ausscheidungen vor, die vorherrschend aus Labrador in grösseren Körnern wie gewöhnlich bestehen, und worin nur untergeordnet Hypersthen vorkommt, wie auch zuweilen umgekehrt dasselbe stattfindet. Labrador und Hypersthen bilden die Hauptgemengtheile des Gesteins, doch kommen als mehr unwesentliche Gemengtheile darin vor: Titaneisenerz; es ist fein eingesprengt zuweilen in grosser Menge in dem Gestein enthalten, in anderen Fällen in geringerer Menge, doch dann stets in etwas grösseren Individuen. Es ist am besten zu erkennen, wenn das Gestein angeschliffen ist, wo es durch seinen Metallglanz hervortritt. Magnetkies, so fein eingesprengt wie meistens das Titaneisenerz, findet sich auch, doch in sehr geringer Menge, wenn es auch zuweilen in grösseren derben Ausscheidungen darin vorkommt.