Original paper

Von einem geognostischen Phänomen, das man jetzt sehr schön in den Sanddünen, den sogenannten Spiessbergen, hinter Moabit bei Berlin sehen kann, die Bildung nämlich der sogenannten Osteocolla in denselben.

Rose, Gustav

Kurzfassung

Herr Holmgren, Baumeister und Bauunternehmer, machte ihn darauf aufmerksam und hatte auch die Güte, ihn dahin zu führen. Behufs der neuzuerbauenden Eisenbahn, die von Berlin über Stendal nach Lehrte und dann weiter nach Cöln führen soll, wird der Sand dieser Dünen abgetragen und als Aufschüttung für die neue Eisenbahn im Spreethal benutzt. Es sind dadurch ganze Profile in den Sandhügeln entblösst, in welchen man diese Osteocolla sehr schön sehen kann; sie besteht aus den vermoderten Wurzeln der Fichten, mit denen früher diese Hügel bestanden waren. An den Wurzeln hat sich der kohlensaure Kalk abgesetzt, der von den Tagewässern, welche den Sand durchzogen, aufgelöst war. Er zeigt genau noch die Gestalt der Wurzeln; auch die zartesten Fasern sind erhalten, der Wind weht den losen Sand herum weg, sie ragen aus der Oberfläche der Hügel hervor, vollkommen erhalten, der dicke Stamm in der Mitte, die dünnen Fasern zur Seite, was einen merkwürdigen Anblick gewährt. Erhalten kann man diese Fasern nicht, denn bei der geringsten Berührung zerfallen sie; nur der dickere Stamm erhält sich und enthält gewöhnlich in der Mitte noch einen Theil der vermoderten Holzmasse. Betrachtet man den weissen erdigen kohlensauren Kalk unter dem Mikroskop, so sieht man, dass derselbe Kreide ist; er hat vollkommen die Structur derselben und besteht aus ganz kleinen Kügelchen, die sich zuweilen zu Ringen vereinigen, wie sie Ehrenberg beschrieben. Dies ist auch ganz dem gemäss, was man über die Bildung des amorphen kohlensauren Kalkes weiss.