Original paper

Über das Gesetz der Erzführung der daselbst bekannten Kupfergänge

Websky

Kurzfassung

Herr Websky aus Breslau theilte - anknüpfend an die im 5. Bande, S. 373 der Zeitschrift gegebene Beschreibung der Erzlagerstätten von Kupferberg und Rudelstadt in Schlesien - der Gesellschaft seine gegenwärtige Ansicht über das Gesetz der Erzführung der daselbst bekannten Kupfergänge mit, welche er aus den bis vor wenig Jahren fortgesetzten, aber leider resultatlos gebliebenen, ausgedehnten Untersuchungsarbeiten und aus der aus verschiedenen Sammlungen zusammengestellten Localsuite des Museums der Universität Breslau gewonnen habe. Hiernach erscheint die Erzführung der Kupfergänge weniger beeinflusst von dem Alter und der Richtung des ursprünglichen Spaltungs-Phänomens, als von der Beschaffenheit des Nebengesteins; es reihen sich nämlich die durch Pingen und Halden kenntlichen, durch Abbau neuerer Zeit notorisch bekannten, auch wohl noch anstehenden, zur Zeit aber nicht zugänglichen Erzmittel in Zonen, welche mit dem Streichen der Schichten zusammenfallen; ausserhalb dieser Zonen lassen sich die Gänge zwar verfolgen, ihre Ausfüllung ist aber unerheblich und erzarm. Als Axe der Hauptzone kann das aus Uralit (Amphibol nach Pyroxen), Quarz, Magneteisenstein, Zinkblende, Schwefelkies etc. bestehende Lager der Grube Einigkeit (auf der Gangkarte Tafel X. im 5. Bande der Zeitschrift als Gang bezeichnet) am Westende der Stadt Kupferberg angesehen werden, das sich, nach Handstücken zu urtheilen, bis in die Gegend der Grube Felix nach Südosten hinzieht; die dasselbe in je 80 bis 100 Lachter Breite begleitenden Dioritschiefer stehen noch weiter östlich bei der Colonie Neustadt an.