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Einige Dünnschliffe von Rogensteinen

Ewald, Justus Wilhelm

Kurzfassung

Die letzteren enthalten bekanntlich in einer sandig-thonigen Grundmasse Kalkkügelchen, die aus Faserkalk bestehen und ausserdem kuglig abgesondert sind. Die einzelnen Schalen werden durch kleine Thonmassen von einander getrennt, in Folge wovon in einem Dünnschliff helle und dunkle Ringe zu bemerken sind. Die Fasern sind viel schwerer und gewöhnlich nur auf einem angewitterten Durchschnitte erkennbar. In manchen Rogenstein-Schichten dagegen liegen in einer gleichen Grundmasse runde Kalkkörner, welche keine faserige Structur besitzen, sondern aus lauter kleinen Rhomboëdern zusammengesetzt sind. Wahrscheinlich ist es wohl, dass auch diese Kugeln ursprünglich faserig waren und erst in Folge einer Umwandlung die späthige Beschaffenheit angenommen haben. Die Thonmasse wurde hierbei ebenfalls dislocirt und findet sich nunmehr unregelmässig zwischen den Rhomboëdern vertheilt. Viele Rogensteine sind dolomitisch, und es ist möglich, dass diese besonders zu einer solchen Umwandlung hinneigen. Gewöhnlich zeigen die Rogensteinkörner kleine Halbkugeln auf ihrer Oberfläche. Ihre Durchschnitte lassen theils Kreise ohne Erhabenheiten, theils Kreise mit dergleichen beobachten, welche letzteren indess durch die darauf folgenden Kalklagen ausgeglichen werden. Nachdem dies geschehen, folgt wiederum eine Schicht mit Erhabenheiten, welche wiederum durch die darüber liegenden Kalklagen ausgeglichen werden u. s. f. Es ist wahrscheinlich, dass ein ungleichmässiger Absatz des Thons zwischen einzelnen Schalen zu den erwähnten Erhabenheiten die Veranlassung giebt.