Original paper

Über die künstliche Darstellung von Meteoriten.

Rammelsberg

Kurzfassung

Er wies darauf hin, dass die künstliche Darstellung des Singulo- und Bisilikats (Olivins und Augits) längst bekannt sei, die Synthese von Meteoriten, die allein aus beiden bestehen, mithin selbstverständlich sei. Es handle sich also, nur um die Meteoreisen enthaltenden, und hier haben Daubrée's Schmelzungsversuche mit denselben die vom Vortragenden in letzter Zeit auf analytischem Wege gefundene Thatsache, dass das unzersetzbare Silikat der Chondrite keinen Feldspath enthalte, sondern lediglich Augit (Broncit) sei, sehr gut bestätigt. Derselbe erklärte, weshalb der eisenhaltige Olivin beim Schmelzen unter Abscheidung von Eisen in fast eisenfreien Enstatit sich verwandle, und besprach die irrige Ansicht Daubrée's über die Rolle der Thonerde in dem Bisilikat. Es wurde die grosse Analogie der Silikatmischung der Meteoriten und ihr Chromeisenerzgehalt mit dem Olivinfels hervorgehoben. Der Vortragende hat kürzlich die einzelnen Gemengtheile der Olivinbomben vom Dreiser Weiher in der Eifel analysirt. Er besprach das Vorkommen des Gesteins in Basalten und Trachyten, wies aber zugleich auf das Vorhandensein der einzelnen Mineralien des Gemenges in beiden Gesteinen hin. Er gedachte ferner der 1853 von Gutberlet ausgesprochenen Ansicht, dass der Olivinfels ein fremder Einschluss im Basalt sei, führte die entgegenstehenden Gründe an und erläuterte die Art, wie Daubrée diese Hypothese zu einer Parallele der terrestrischen Gesteine und der Meteoritengruppen benutzt und in dem Kern der Erde selbst eine mit zunehmender Dichte geordnete Reihenfolge der Silikate bis zum metallischen Eisen annimmt.