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Ueber wenig bekannte Crustaceen von Solenhofen.

Kunth, A.

Kurzfassung

Dass in den petrefactenreichen Schiefern von Solenhofen noch andere Crustaceen als die leicht erkennbaren langschwänzigen Krebse und die nicht minder charakteristischen Arten der Gattung Limulus vorkämen, scheint bereits Desmarest gewusst zu haben. In seiner "Histoire naturelle des crustacés fossiles, 1822" sagt er p. 138 darüber Folgendes: "L'une (der beiden bekannten fossilen Arten von Isopoden) est de forme plus allongée que l'autre et a été trouvée dans un fragment de pierre calcaire à grain fin, analogue sous ce rapport à la pierre de Pappenheim, mais dont nous ignorons l'origine. Nous lui donnons le nom Sphaeroma antiqua." Bei der Unbestimmtheit dieses Ausdruckes einerseits, und andererseits weil im lithographischen Schiefer mehrere andere den langschwänzigen Krebsen nicht zuzuzählende Formen vorkommen, dürfte der alte Name Sphaeroma antiqua keine Existenzberechtigung mehr besitzen, ganz Abgesehen davon, dass der Fundort sogar unsicher ist. Dem um Deutschlands Petrefactenkunde so hoch verdienten Grafen Münster verdanken wir auch über die vorliegenden Geschöpfe die ersten näheren Nachrichten. Im dritten Hefte der "Beiträge zur Petrefactenkunde, 1840" finden sich p. 19 bis 23 und t. 1., f. 1 - 8 und t. 3., f. 9 schon sieben "Isopoden" beschrieben und abgebildet, welche folgende Namen tragen: Sculda pennata Alvis octopus Urda rostrata Urda decorata Urda cincta Urda elongata Norna lithophila. Diesen Arten fügte Münster 1842 (Heft V., p. 77, t. 9, f. 10) noch eine neue Art hinzu: Reckur punctatus, und auf der folgenden Seite des Heftes beschreibt er (p. 48, t. 14, f. 5) einen neuen "langschwänzigen Krebs", von dem es ihm indessen zweifelhaft ist, ob er "vielleicht zu den Isopoden" gehören möge: Naranda anomala.