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Chemisch-geologische Untersuchung einiger Kalklager der finnischen Schäreninsel Kimito.

Lemberg, J.

Kurzfassung

Die Bildungsweise der in krystallinischen Gesteinen vorkommenden Kalklager ist bis jetzt noch nicht entschieden. Die für die platonische oder neptunische Entstehungsart angeführten Thatsachen sind meist zu allgemeiner Natur, ihr Gewicht wird durch die geringe Zahl von Experimenten und Beobachtungen zu sehr herabgedrückt, als dass sie eine sichere Stütze für die Beurtheilung, geschweige denn für die Entscheidung des in Rede stehenden Gegenstandes abgeben könnten. Nur durch Prüfung beider Hypothesen an zahlreichen, durchaus specialisirten Untersuchungsobjecten kann ein sicherer Aufschluss erlangt werden. Schon lange hat man mit vollem Recht den Contactwirkungen des kohlensauren Kalkes auf die umgebenden Silicate - oder auch umgekehrt - die Aufmerksamkeit zugewandt, und es sind die Ergebnisse dieser Beobachtungen bald zu Gunsten der plutonischen, bald der neptunischen Hypothese gedeutet worden. Die vorliegende Arbeit hat den Zweck, zur Entscheidung der so wichtigen Contactfrage einiges Material beizutragen, sowie die Gültigkeit der gegenwärtigen Erklärungsweisen an den gesammelten Beobachtungen zu erörtern. Die in der Mündung des bottnischen Meerbusens hart an der Westküste Finlands gelegene grosse Schäreninsel Kimito ist sehr reich an Kalklagern, von welchen nur zwei, die von Illo und von Brämboda, untersucht wurden. Die Kalkbrüche von Illo oder Grägnäs liegen in der Südostgegend der Insel, nicht weit entfernt von der Küste eines tief einschneidenden Fjords, und ist ihre Situation aus Fig. 1 ersichtlich.