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Studien über Odontopteriden.

Weiss, E.

Kurzfassung

Unter allen fossilen Farnen, welche man nicht anders als nach dem Modus ihrer Nervation classificiren kann, weil die unzweifelhafte Kenntniss der Fruchtbildung bei ihnen fast fehlt, gehören die Cyclopteriden, Neuropteriden und Odontopteriden zu den interessantesten schon deswegen, weil bekanntlich unter den Farnen der heutigen Flora eine ganz schlagende Analogie nicht gefunden wird, trotz der scheinbaren Einfachheit dieses Charakters der Nervenbildung. Vielleicht ist es eben gerade die Einfachheit, welche sich im Ganzen im Flächenskelette jener alten Familien ausspricht und die sie von den lebenden entfernt. Ein grosser. Theil des ungenügenden Grades aller zu Hilfe gerufenen Analogieen liegt schon in der Verzweigung der Nerven in den einzelnen Blättchen: ihre Zweige entspringen spitzbogig und gabeln sich etwa wie ein biegsames der Länge nach halb gespaltenes junges Reissig, das man auseinander sperren lässt. Die Nervengabelung der lebenden Farne geschieht regelmässig viel plötzlicher, mit Winkeln und kleinen Knickungen, welche bei jenen fossilen mehr ausgeglichen sind; es ist hier eben eine grössere Differenzirung in dem Wachsthum der Gefässe vorhanden. Nur hier und da, bei Neuropteris, kommt schon Aehnliches vor und gerade dieser Theil der Neuropteriden ist es, welcher am glücklichsten mit Osmunda verglichen werden kann. Unter den obigen 3 Gruppen beanspruchen aber die Odontopteriden in so fern ein besonderes Interesse, als sie einen Typus bilden, welcher ganz vorzüglich in der productiven Steinkohlenformation und im Kohlenrothliegenden zu Hause ist. Es ist zu erwarten, dass gerade die hierher gehörigen Farne innerhalb ihres Verbreitungsbezirkes auch gesetzmässige Vertheilung nach unten und oben erkennen lassen, also zur Unterscheidung älterer und jüngerer Schichten einen nicht unwichtigen Beitrag liefern werden, wenn man ihre Formen erst vollständiger festgesetzt hat. Von einigen lässt sich dies schon jetzt nachweisen.