Original paper

Ueber das Schwefeleisen des Meteoreisens.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Vor längerer Zeit schon habe ich durch Versuche zu entscheiden mich bemüht, welcher Art das in Meteoreisen enthaltene Schwefeleisen sei. Es diente hierzu insbesondere das Meteoreisen von Seeläsgen, dessen Hauptmasse sowohl als auch die darin enthaltene Phosphorverbindung (Schreibersit) von mir analysirt worden ist. Die ersten Versuche hatten in dem Schwefeleisen 1,37 pCt. Nickel (Co) nachgewiesen, und einen so hohen Eisengehalt gegeben, dass das Ganze nicht einmal Fe S sein konnte. Ich nahm deshalb an, das Nickel rühre von Nickeleisen her, zog dieses ab (es würde 20 pCt. des Ganzen betragen haben), und erhielt so durch Rechnung in der That das Sulfuret Fe S und nicht Magnetkies. Später machte ich darauf aufmerksam, dass eine solche Berechnung nicht ganz zuverlässig sei; ich suchte nach einem nickelfreien Schwefeleisen, und prüfte zuerst dasjenige aus dem Meteoreisen von Sevier County, Tennessee. Dies gab im Mittel 1,76 Ni und 62,22 Fe, und entsprach als Ganzes dem Sulfuret (Fe, Ni) S; wurde aber das Ni als eingemengtem Meteoreisen (mit 6,8 pCt. Ni) angehörend betrachtet, so hätte dessen Menge 26 pCt. betragen müssen, und das restirende Schwefeleisen wäre noch schwefelreicher als Magnetkies, nämlich Fe3 S5 Endlich fand ich eine Probe der Substanz aus dem Eisen von Seeläsgen, welche sich frei von Nickel erwies und bei der Analyse sich als Fe S ergab. Ich komme auf diesen Gegenstand zurück, weil in letzter Zeit Meunier wieder zu beweisen gesucht hat, dass Magnetkies im Meteoreisen vorkomme, ohne meine Untersuchungen zu erwähnen.