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Ueber die Zusammensetzung des Lievrits.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Vor Kurzem hat Städeler den Lievrit von Neuem untersucht, und darin mehr Eisenoxydul gefunden als seine Vorgänger, nämlich 36,0 pCt. des wasserfreien Minerals. Dasselbe Resultat (35,93 pCt.) habe auch ich bei Wiederholung früherer Versuche erhalten. Die Zusammensetzung des Lievrits war bisher noch zweifelhaft. Städeler, welcher (Ca, Fe) : Fe : Si = 5,5 :1 : 3,75 fand, nimmt das Atomverhältniss 6:1:4: an, woraus die Formel RII6 Fe Si4 O17 folgt, welche in ein Halb- und Drittelsilicat 3 RII2 Si O4 Fe Si O5 aufgelöst werden könnte. Allein Städeler zieht auch das Wasser als chemisch gebundenes in seine Formel. Nun ist der Wassergehalt des Lievrits: 1,27 pCt. nach Stromeyer, 1,60 " " meinen früheren, 1,65 " " späteren Versuchen, 2,36 " " Städeler. Nicht sowohl die geringe Menge, als vielmehr die Erwägung, dass ein so eisenreiches, leicht zersetzbares Mineral sehr häufig von Brauneisenstein begleitet ist und sich ganz in solchen verwandeln kann, lässt es sehr gewagt erscheinen, hier das Wasser als ursprünglich zu betrachten. Ich glaube, der Lievrit ist ganz einfach ein Halb- (Singulo-)Silicat. Aus meiner letzten Analyse, 35,93 Fe O darin angenommen, folgt RII : Fe : Si = 6,4 : 1 : 4,33 Setzt man dafür 6: 1 : 4,5 = 12 : 2 : 9, so ist der Lievrit: [...]