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Krystallisation von Körpern aus Phosporsalz und Borav

Knop

Kurzfassung

Seit einiger Zeit habe ich mich damit beschäftigt, Ihre schönen Untersuchungen über Krystallisationen verschiedener Körper aus Phosphorsalz und Borax in etwas grösserem Maassstabe nachzumachen, besonders für den Zweck, grössere Krystalle und mannichfaltigere Combinationen an diesen zu erzeugen. Ich bediene mich für diese Zwecke eines Perrot'schen Gasofens, welcher bei grosser Leichtigkeit der Handhabung recht befriedigende Resultate liefert. Tridymit habe ich in grösseren Mengen darin darstellen können, ebenso Rutil etc. Ich hatte es darauf abgesehen, den Anatas in Formen zu erhalten, die für seine Krystallisation etwas Bestimmteres aussagen. Indessen habe ich immer dieselben rechtwinklig parallelepipedischen Körper erhalten, wiewohl theilweise von ziemlichen Dimensionen, etwa bis 1/3 Mm, Kantenlänge. Von diesem Körper stellte ich etwa 10 Gramm dar. Ganz homogen und durchaus deutlich krystallisirt, zeigte er das specifische Gewicht von 2,9. Wiederholte Versuche änderten dieses Resultat nicht ab. Ich musste daraus schliessen, dass dieser Körper kein Anatas sei. Die Analyse bestätigte das. Da das Resultat für Sie von Interesse sein muss, so erlaube ich mir Ihnen die Analyse mitzutheilen. Sie ergab: Ti O2 63,78 P O5 36,41 entsprechend dem Aequivalentverhältniss 3 Ti O2 + P O5. Der aus Phosphorsalz sich abscheidende krystallisirte Körper ist demnach "phosphorsaure Titansäure", die meines Wissens in dieser Form noch nicht bekannt war. 3 Ti O2 123 berechnet auf 100 63,4 P O5 71 " " " 36,6 194 100,0. Ich vermuthe, dass auch die von Wunder in Chemnitz dargestellten Körper von Zinn- und Zirkonsäure analoge Verbindungen mit Phosphorsäure seien, aber das müssen doch wohl erst weitere Untersuchungen beweisen.