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Proben von einigen im südlichen Norwegen gesammelten Mineralien

Herter, Paul

Kurzfassung

1) Zeolithe im Zirkonsyenit von Brevik. Längs der östlichen Küste des Langesund Fjord's sowohl auf dem Festlande, wie namentlich auf den zahlreichen Inseln, enthält der bekannte Zirkonsyenit häufig Gänge von ein bis zu mehreren Fussen Mächtigkeit, die sich nur durch ein ausserordentlich grobes Gefüge von dem umgebenden Gestein unterscheiden, und zugleich eine Reihe der seltensten, ja zum Theil ganz eigenthümlicher Mineralien führen. Auf der Loo Oe, zwischen Ox und Sand Oe, etwa 1/8 Meile östlich von der Stadt Brevik zeigt das kahle, fast senkrechte, 20 bis 30 Fuss hohe Ufer auf einer Entfernung von etwa 200 Schritt drei derartige Gänge, in welchen der unter den Namen Spreustein, Bergmannit und Brevicit beschriebene derbe ziegelrothe Natrolith unter eigentümlichen Verhältnissen auftritt; während nämlich Scheerer dieses Fossil als einen ursprünglichen diesem Syenite eigenthümlichen Gemengtheil ansieht, Sämann und Pisani dagegen in ihm eine Epigenie des Cancrinit finden, zeigt er sich hier als ein Umwandlungsproduct des Orthoklas, den er stellenweise verdrängt, während Hornblende und Magneteisen, dem Verwandlungsprocesse widerstehend, im Natrolith eingebettet mehr oder weniger frisch erscheinen. 2) Thulit, Cyprin und weisser Granat von Soudland. In der Nähe des Hofes Kleppen, im Soudland enthalten die quarzreichen Glimmerschiefer, Telemarken-Schiefer der norwegischen Geognosten, eine linsenförmige, der Schichtung conform gelagerte Quarzmasse, welche ebenso wie die angrenzenden Schiefer von dichtem zeisiggrünem Pistacit durchdrungen ist und grob eingesprengt Fossilien führt, die, zu den gewöhnlichsten gehörend, hier in so eigenthümlichen Varietäten auftreten, dass die Lagerstätte bereits seit langer Zeit die Aufmerksamkeit der Mineralogen erregt hat.