Original paper

Ueber ein Vorkommen von Asphalt im Herzogthume Braunschweig.

v. Strombeck, A.

Kurzfassung

Im Forstorte Wintjenberg bei Holzen am Hilse, ein Stündchen östlich von Eschershausen, ist unlängst beim Schürfen nach anderen Mineralien ein Fund von Asphaltgestein gemacht, das seitdem stark ausgebeutet wird. Da bauwürdiger Asphalt zu den Seltenheiten gehört, so soll im Nachfolgenden von dem neuen Vorkommen dasjenige, freilich noch lückenhafte, gegeben werden, was wir in geognostischer Hinsicht darüber bis jetzt ermittelt haben. Zur Gewinnung des Asphaltgesteins ist am Wintjenberge an der Stelle des Fundes ein Steinbruch eröffnet, der die Schichten bis zu einer Tiefe von etwa 30 Fuss aufschliesst. Es streichen diese, wie allgemein in der Umgegend, nach N.W. und fallen mit 15 bis 20 Grad in N.O. Das gesammte aufgedeckte Gestein, ein mehr oder weniger braunschwarzer Kalk von erdigem und zum Theil ins Flachmuschlige hinneigendem Bruche, der sich in Bänken von 1 bis 2 Fuss Stärke absondert, führt Asphalt. Doch wird nur der obere Theil von etwa 15 Fuss Mächtigkeit, wo der Gehalt daran bis zu 18 pCt. steigt, zur Asphaltbereitung benutzt; der ärmere dient als Zusatz. In den Klüften pflegt sich der Asphalt als eine zähe Masse ausgeschieden zu haben, die bei mässiger Wärme in flüssigen Zustand übergeht. Das tiefere Gestein von zu geringem Gehalte, um bauwürdig zu sein, sondert sich von jenem obern nicht scharf und hat eine mehrere Dichte und Festigkeit. Abraum, Dammerde und Schutt, finden sich über den Schichtenköpfen nur in geringem Maasse, so dass der Erweiterung des Betriebes im Streichen keine Schwierigkeiten entgegenstehen.