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Zur Erinnerung an Wilhelm Haidinger.

Rose, Gustav

Kurzfassung

Am 19. März ist Haidinger in Wien gestorben; ich fühle mich gedrungen, dem Wissenschaftsmanne und dem allen lieben Freunde einige Worte der Erinnerung zu weihen. Geboren in Wien am 5. Februar 1795, begann Haidinger seine Thätigkeit für die Mineralogie schon früh; er war der eifrige Schüler und Verehrer von Mohs. Er lebte mit ihm zusammen seit 1812 in Gratz, und folgte ihm auch 1817 nach Freiberg, als Mohs als Nachfolger Werner's dorthin berufen wurde. Er half und unterstützte Mohs bei der Herausgabe seines Grundrisses der Mineralogie, verfertigte alle die schönen Zeichnungen der Krystalle in dem Werke, und von ihm rühren die meisten Messungen der Krystallwinkel mit dem Reflexionsgoniometer und die Angaben der specifischen Gewichte u. s. w. her. Hier in Freiberg machte auch ich bei einem Besuche bei Mohs während einer Reise im Erzgebirge im Jahre 1819 meine erste flüchtige Bekanntschaft mit ihm. Im Jahre 1822 verliess Haidinger Freiberg und machte mit dem Grafen Breuner eine Reise nach Frankreich und England; er blieb dann vom Herbste 1823 in Edinburg, um hier den Grundriss der Mineralogie von Mohs ins Englische zu übersetzen, und so die Mohs'sche Lehre noch weiter zu verbreiten, welche schon seit 1818 durch Mohs' persönliche Anwesenheit in Edinburg Eingang, und in Professor Jameson einen eifrigen Anhänger gefunden hatte.