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Über die Substanz der im Hypersthen von der St. Paulsinsel eingewachsenen und dessen Schiller verursachenden Mikrolithe.

Kosmann, Bernhard

Kurzfassung

Unter Verweisung auf die Abhandlung, welche der Vortragende im Jahre 1869 in Leonhard's ,Neuem Jahrbuche etc." über diesen Gegenstand veröffentlicht hat, wurde dargethan, wie das Schillern des Hypersthen von dem Vorhandensein einer grossen Menge brauner durchsichtiger Blättchen herrühre, welche regelmässig angeordnet und unter sich parallel, theils senkrecht zur Hauptaxe, theils in der Richtung derselben und parallel einer Fläche eingelagert erscheinen, welche mit dem Hauptblätterdurchgang einen Winkel von 73/4 Grad einschliesst. Bei schwacher Vergrösserung zeigen von diesen Blättchen die senkrecht zur Hauptaxe liegenden eine scharf begrenzte, einfach oblonge Form, während die anderen in Gestalt von langen Nadeln erscheinen. Es war schon früher nachgewiesen, dass ausser den eben bezeichneten Mikrolithen, die allein das Schillern bedingen, noch andere undurchsichtige und röthlich durchscheinende auftreten, welche als Partikel von Magneteisen und Eisenglanz zu bezeichnen sind, und welche auch durch Behandeln der Dünnschliffe mit Chlorwasserstoffsäure entfernt werden können. Ueber die mineralische Substanz der schillernden Blättchen konnte nichts Positives gesagt werden, da sie weder durch Säure angegriffen wurden, noch durch Erhitzen irgend eine Veränderung zeigten. Eine Aeusserung von Herrn G. Rose in seiner Vorlesung über Mineralogie, dass in dem Hypersthen (z.B. von Volpersdorf) Titaneisen auftrete, sowie die Notiz von Scheerer, dass sich Titaneisen ebenfalls in dem Labrador von Hitteroë fände, brachten den Vortragenden auf die Idee, den Hypersthen auf Titansäure zu untersuchen, die bisher in demselben noch nicht nachgewiesen war.