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Ueber Julianit, ein neues Erz.

Websky

Kurzfassung

Unter den zum Theil silberreichen Erzen, welche ich (diese Zeitschrift Bd. V. 1853. S. 414) als Begleiter der jüngsten, wasserhellen Kalkspäthe in den Anbrüchen der Grube Friederike-Juliane zu Rudelstadt in Schlesien am Ende des vorigen Jahrhunderts aufgeführt habe, ist auch Fahlerz genannt; ich habe mich bei dieser Bezeichnung auf einige, damals in verschiedenen Sammlungen zerstreute, jetzt grösstentheils im Museum der hiesigen Universität vereinigte Handstücke bezogen, auf denen ein Erz befindlich war, in dem mit Hülfe des Löthrohrs Schwefel, Arsen, 50 pCt. Kupfer und 1/2 pCt. Silber nachzuweisen war. Gegenwärtig beschäftigt, die oryctognostischen Vorräthe des Museums neu zu ordnen, nahm ich Veranlassung, dieses Erz einer genaueren Prüfung zu unterwerfen und habe ich dabei gefunden, dass es eine neue Species ist, welche eine von dem Arsenfahlerz quantitativ abweichende Constitution besitzt, indem es isomer und isomorph mit Buntkupfererz und isomer mit Rothgültigerz einer Zusammensetzung: As2 Cu3 S6 mit der Maassgabe entspricht, dass ein kleiner Theil des As2 durch Sb2, Fe2 und etwas ...u durch Ag2 ersetzt ist. Dieses Erz ist somit ein Zwischenglied zwischen den (Sb2, As2) S3 enthaltenden Erzen und der Gruppe, in der F2 S3 als constituirendes Glied zu denken ist. Ich schlage für dasselbe nach dem Fundort den Namen Julianit vor.