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Die Brachiopoden des Mittel- und Ober-Devon der Eifel.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Einleitende Bemerkungen. Von sämmtlichen Molluskenordnungen besitzt für die devonischen Bildungen keine andere eine gleiche Wichtigkeit, wie die Brachiopoden. In der ganzen unteren, der mittleren und in dem unteren Niveau der oberen Abtheilung der Devon-Formation übertreffen sie, sowohl was Fülle an Individuen, als was Mannigfaltigkeit an Arten und an verschiedenen auf einander folgenden Faunen betrifft, alle übrigen Ordnungen weitaus und treten erst in den höheren Horizonten des Ober-Devon gegen Gastropoden und besonders gegen Cephalopoden zurück. Das Studium der Brachiopoden wird daher stets einen Hauptgegenstand für die paläontologische Erforschung devonischer Ablagerungen bilden. Was die Brachiopoden der Eifel betrifft, welche bekanntlich eine der reichsten und berühmtesten Fundstätten paläozoischer Brachiopoden überhaupt bildet, so beruht unsere Kenntniss derselben, wenn wir von älteren Arbeiten, unter denen der paläontologische Abschnitt in F. Roemer's ,Rheinischem Schiefergebirge" (Hannover 1844) unbedingt die erste Stelle einnimmt, absehen, auf zwei monographischen Arbeiten, welche, die eine von Steininger, die andere von Schnur, beide im Jahre 1853 erschienen (Steininger, Geognostische Beschreibung der Eifel; Schnur, Beschreibung sämmtlicher im Uebergangsgebirge der Eifel vorkommender Brachiopoden, Paläontographica, Bd. III.). Steininger widmet in dem paläontologischen Theile seiner Schrift den Brachiopoden einen ihrer Zahl und Bedeutung entsprechenden Abschnitt. Unter den 149 Arten, die derselbe aus dem Eifler Devon beschreibt, ist reichlich ein Viertel neu. Allein diese neuen Arten sind grösstentheils so ungenügend charakterisirt, nur zum Theil und dann meist in ganz unkenntlicher Weise abgebildet, Steininger's Bestimmungen überhaupt in dieser wie in früheren Arbeiten so unrichtig, dass die genannte Schrift kaum verwerthbares Material für spätere Untersuchungen geliefert hat und demgemäss auch hier nur wenig berücksichtigt werden konnte. Schnur's Arbeit dagegen darf wohl mit Recht als eine für ihre Zeit vorzügliche gerühmt werden.