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Zur Geologie von Minnesota

Kloos, J.

Kurzfassung

Ich schicke Ihnen heute ein Paar Hefte einer amerikanischen Zeitschrift ,The Minnesota Teacher" mit Abhandlungen von mir und von einem Amerikaner Namens Hurlbut über die Geologie von Minnesota. Letzterer habe ich in meinem deutschen Aufsatz erwähnt - erstere behandeln die nämlichen Gegenstände, von denen in meinem Aufsatze in der Zeitschrift der deutschen geol. Gesellschaft die Rede ist - ich dachte aber, die Hefte würden für die Bibliothek der Gesellschaft interessant sein. Die Schieferporphyroïde von Michigan habe ich bis jetzt in Minnesota noch nicht aufgefunden, jedoch ist die Region, in welcher das Huron hier auftritt, schwer zugänglich und wenig erforscht. Ich glaube, die Formation wird sich dem Huron Michigans ganz analog herausstellen, indem die Position in Bezug auf die laurentischen Gesteine einerseits und auf den Potsdamsandstone andererseits dieselbe ist und die ausgedehnte Zone der krystallinischen Dachschiefer und Quarzite ganz mit der Beschreibung Credner's im Band XXI. unserer Zeitschrift übereinstimmt. Seit ich Ihren Brief empfing, habe ich leider noch keine Gelegenheit gehabt, die Localitäten, in denen das Huron aufgeschlossen ist, von Neuem zu besuchen. Dieselben liegen nicht an unserer Eisenbahn, und ich komme selten dazu, Ausflüge zu machen, die nicht mit der Vollendung oder Verlängerung der Linien der St. Paul and Pacific-Gesellschaft in Verbindung stehen. Dagegen ist meine Aufmerksamkeit auf einen andern Gegenstand gelenkt, der für die Geologie dieser Gegend von grossem Interesse ist. Wie bekannt, haben die Untersuchungen von Dr. Hayden und Prof. J. B. Meek die Existenz eines Kreidebeckens am oberen Missouri dargethan. Die verschiedenen Glieder desselben sind von obengenannten Forschern in den Jahren 1853-1856 von Omaha in Nebraska bis nach Heart-River im Dakota-Territorium über eine Ausdehnung von 500 englischen Meilen dem Missouri entlang verfolgt.