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Koprolithen an der Ostsee

Preussner

Kurzfassung

Als Sie die Güte hatten, mir die im Besitz des Königlichen Mineralogischen Museums befindlichen Koprolithen aus der Kreide von Calais und Cap de la Hève bei Havre zu zeigen, bemerkte ich Ihnen, dass auch bei uns an der Ostsee Gesteine vorkommen, welche die grösste Aehnlichkeit mit diesen Koprolithen haben. Einmal aufmerksam gemacht, versäumte ich nicht, nach meiner Rückkehr auf das Vorkommen dieser Gesteine zu achten und machte es mir viel Vergnügen, in kurzer Zeit davon eine grosse Menge sammeln zu können, von welchen ich mir erlaubte, Ihnen eine Anzahl zu überreichen. Es sind diese Steine bisher von mir nur als Geschiebe am Strande der Ostsee auf der Insel Wollin in der Nähe von Jordanhütte gefunden worden und kommen sie hier doch immerhin so häufig vor, dass man mit Leichtigkeit bei einem Spaziergange einige Dutzend sammeln kann. Sie sind alle von einer sehr charakteristischen schwarzgrauen und grünlichen Farbe, im nassen Zustande fast schwarz und dadurch sehr leicht von anderem Gestein zu unterscheiden. Meist sind es faustgrosse Stücke, doch sind sie auch nicht selten drei bis viermal so gross, ebenso auch kleiner, bis zur Nussgrösse. Hinsichtlich der Structur zeigen sie ein sehr constantes Gefüge und bestehen durchweg aus einer porösen sandsteinartigen und einer dichten pechartigen Masse, welche beide, bald mehr bald weniger, durcheinander geknetet oder gewunden erscheinen. Der Bruch ist würfelig-muschelig und das innere Gefüge porös, wodurch die Substanz oft fast oolithisch erscheint, genauer betrachtet, dies aber nicht ist. Da wo die pechartige Masse vorherrscht, erscheinen die Stücke äusserlich streifig; häufig enthalten sie Löcher, ähnlich wie die Feuersteine der Kreideformation, welche wohl von früheren Einschlüssen herrühren.