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Über die Resultate einer gemeinschaftlich mit den Herren Gümbel, Richter, Liebe, Emmrich und Lossen ausgeführten Bereisung des thüringischen Grauwacken- und Schiefergebirges

Beyrich

Kurzfassung

Herr Beyrich berichtete über die Resultate einer gemeinschaftlich mit den Herren Gümbel, Richter, Liebe, Emmrich und Lossen ausgeführten Bereisung des thüringischen Grauwacken- und Schiefergebirges, deren Zweck hauptsächlich die Erörterung einiger Ungleichheiten der von den Herren Gümbel und Richter aufgestellten Schichtenfolgen gewesen ist. Als besonders wichtig wurde hervorgehoben die Herrn Gümbel zu verdankende Auffindung von graptolithenreichen Schiefern, welche in der Gegend von Gräfenthal den obersilurischen sogenannten Ockerkalk überlagern und hiernach einen höheren Horizont einnehmen, als die graptolithenführenden, früher durch Herrn Richter bekannt gewordenen Gesteine. In den jüngern Graptolithenschiefern wurden von Herrn Gümbel nur einzeilige Graptolithen beobachtet. Es gelang, nachdem die fraglichen Schiefer unter Führung des Herrn Gümbel bei Gräfenthal gesehen waren, dieselben auch nahe Saalfeld im Schaderthale aufzufinden, wo sie, wegen ungünstigen Aufschlusses, früher nicht beachtet werden konnten. Redner ist der Ansicht, dass den graptolithenführenden Gesteinen des Harzes eine gleiche Altersstellung beizulegen ist, wie jenen jüngeren Graptolithenschiefern des thüringischen Gebirges, und dass im Allgemeinen die in Thüringen darüber folgenden, durch Reichthum an Tentaculiten und Nereiten charakterisirten Schichten, in Verbindung mit den jüngeren Graptolithenschiefern, dem ältern hercynischen Schiefergebirge für äquivalent zu halten sind.