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Ueber Pteraspis

Kunth, A.

Kurzfassung

In seinen Werken über fossile Fische machte Agassiz zuerst auf das Vorkommen eigentümlicher eiförmiger Schilder aus devonischen Schichten Englands aufmerksam, welche mit dem als Fisch erkannten Cephalaspis Lyellii zusammen vorkommen, und die äussere Aehnlichkeit der Erhaltung, vielleicht auch der Umstand, dass vergleichbare Thierformen nicht bekannt waren, bewog ihn, diese eiförmigen Schilder für Fischreste anzusprechen und sie, allerdings mit gewissem Vorbehalt, der Gattung Cephalaspis als drei neue Species beizufügen. Im Jahre 1847 hatte Kner Veranlassung, analoge Schilder aus obersilurischen Schichten Galiziens zu untersuchen, und kam bei seinen Betrachtungen zu dem Schluss, dass diese Schilder, gleichwie zwei der Agassiz'schen Arten, innere Schaltheile von Cephalopoden seien, für die er den Gattungsnamen Pteraspis vorschlug. F. Roemer machte dann 1856 eine Mittheilung über ein wahrscheinlich hierher gehöriges Exemplar aus der Eifel, welches auch er für ein dem Sepienknochen analoges Gebilde hielt, und nannte dasselbe Palaeotheutis Dunensis. Später haben dann Salter, Huxley und Egerton zur Kenntniss dieser Reste beigetragen und sind sämmtlich zu der Ansicht gekommen, dass diese Stücke fossilen Fischen angehören, und in Uebereinstimmung mit dieser Ansicht hat neuerlich Lankester in den beiden letzten Bänden der englischen paläontographischen Gesellschaft diese Thiere beschrieben. In diesem Aufsatze werden die Cephalaspidae in zwei Abtheilungen getheilt: die Osteostraci, zu denen Cephalaspis Lyellii, und Heterostraci, zu denen die Gattung Pteraspis (in Kner'scher Bedeutung) gehört, und zwar auf Grund einer ganz verschiedenen Beschaffenheit der Schalen, welche bei den Osteostraci knöchern ist, während sie bei den Hesterostraci ganz sonderbare Verhältnisse zeigt.