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Ueber einige Erzlagerstätten der Provinz Constantine.

Braun, Max

Kurzfassung

In den Jahren 1844, 45 und 46 haben die Erzlagerstätten Algeriens, besonders die Kupfererzgänge von Mouzaïa bei Medeah und von Tenez und das Bleierzvorkommen von la Calle, allgemeines Interesse erregt; zunächst bei den Geologen wegen ihres Auftretens in jüngeren Schichten, in welchen wir nicht gewohnt sind, dem Erzbergbau zu begegnen; - sodann bei den speculativen Capitalisten, die von fabelhaften Dividenden träumten. In der That finden wir die erwähnten Erzlagerstätten theils im Kreidegebirge, theils sogar in tertiären Bildungen auftreten. Zu dieser seltenen Erscheinung hat sich nun ein Gegenstück gefunden in der Entdeckung von Galmeilagerstätten in der Provinz Constantine, welche ebenfalls - wenigstens die bedeutendsten - in der Tertiärformation auftreten und dabei in ihrem Verhalten und ihren Beimischungen so eigenthümliche Verhältnisse bieten, dass sie die Aufmerksamkeit der Fachmänner von Neuem den Erzlagerstätten dieser Gegend zuwandten. Die in den Jahren 1869 und 70 unternommenen Versuchsarbeiten haben bereits einigen Aufschluss über das Vorkommen gegeben und zugleich zur Auffindung einiger neuen Mineralien geführt, deren Untersuchung von dem französischen Berg-Ingenieur zu Bona, Herrn Flajolot, zuerst vorgenommen wurde. Herr Flajolot hat eine kurze Abhandlung über diese Mineralien geschrieben, welche, für die Annales des mines bestimmt, mir im Manuscript mitgetheilt wurde, mit der Erlaubniss, sie in Deutschland zu veröffentlichen. Als Einleitung zu der Arbeit des Herrn Flajolot gebe ich in Folgendem eine kurze Beschreibung der geologischen Verhältnisse des nördlichen von mir durchstreiften Theiles der Provinz Constantine und erwähne dabei einige interessante Erzvorkommen.